Heute ist der 4. Mai 2026, und in Tempelhof-Schöneberg gibt es viel zu besprechen. Ein Thema, das uns alle betrifft, ist die zunehmende Gewalt gegen Lehrkräfte an deutschen Schulen. Es ist alarmierend, was sich in den letzten Jahren abgespielt hat. Laut einem Brandbrief, den Lehrer der Friedrich-Bergius-Schule in Berlin im November 2024 an die Schulaufsicht geschickt haben, müssen sie sich nicht nur mit Beleidigungen, sondern auch mit Bedrohungen von Schülern auseinandersetzen. Die Polizei wurde mehrmals gerufen – und das ist nur die Spitze des Eisbergs.

Die Situation ist ernst. Lehrer berichten von „massiven Verhaltensauffälligkeiten“ unter den Schülern und einer „bedrohlichen Gewaltbereitschaft“, die immer mehr um sich greift. Bis zu einem Drittel der Lehrer meldete sich zeitweise krank – das ist nicht einfach nur eine Zahl, das sind Menschen, die unter Druck stehen. Tomi Neckov, der Bundesvorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung (VBE), hat seine Besorgnis über diese Entwicklung geäußert. Eine Forsa-Studie aus Januar 2025 zeigt, dass 65% der Schulen psychische Gewalt und 35% physische Gewalt gegen Lehrkräfte erleben. Das sind alarmierende Zahlen!

Die Dimension der Gewalt

Die Polizeiliche Kriminalstatistik für 2024 verzeichnete 1.283 Fälle von vorsätzlicher einfacher Körperverletzung gegen Lehrkräfte. Zum Vergleich: In den Jahren 2015 bis 2023 lag die Zahl zwischen 717 und 1.017 Fällen jährlich. Diese Zunahme ist nicht nur ein bedenklicher Trend, sondern auch ein Zeichen dafür, dass die Corona-Pandemie bestehende Probleme noch verstärkt hat. Engin Çatık, der im Januar 2025 die Friedrich-Bergius-Schule übernahm, versucht, die Lage bis Sommer 2026 zu stabilisieren. Er betont die Bedeutung von Beziehungsarbeit und Empathie im Schulalltag. Ein unbenotetes Fach „Empathie“ wurde eingeführt, um ein respektvolles Miteinander zu fördern.

Die Forderung nach einer offiziellen Erfassung von Gewaltvorfällen gegen Lehrkräfte wird lauter. Neckov fordert mehr Schutz für Lehrkräfte und einen höheren Stellenwert der Schulen in der Gesellschaft. Aber wie sieht es mit der Prävention aus? Eine Umfrage der DGUV, die vom 2. bis 27. August 2024 unter 1.031 Lehrkräften durchgeführt wurde, zeigt, dass 56% der Befragten eine Zunahme psychischer Gewalt nach der Pandemie festgestellt haben, während 44% eine Zunahme körperlicher Gewalt sehen. Das sind nicht nur Statistiken, das sind Stimmen von Menschen, die tagtäglich in Klassenzimmern arbeiten.

Präventionsmaßnahmen und deren Umsetzung

84% der Lehrkräfte berichten, dass Gewaltprävention im Schulprogramm verankert ist. Das ist schon mal ein Lichtblick, doch es gibt noch viel zu tun. Rund 65.000 gewaltbedingte Schülerunfälle wurden im Jahr 2023 registriert – das sind 7,5 Unfälle pro 1.000 versicherte Kinder und Jugendliche. Die meisten dieser Vorfälle geschehen in Pausen und betreffen häufiger Jungen im Verhältnis 3:1. Auch wenn die Unfallstatistiken Rückgänge verzeichnen, werden viele Formen der Gewalt, vor allem die psychische, nicht erfasst. Da diese meist nicht zu Arztbesuchen führen, bleibt sie oft im Dunkeln.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Lehrkräfte identifizieren persönliche Faktoren, familiäre Aspekte und Medienkonsum als Hauptursachen für Gewalt. Maßnahmen bei Gewaltvorfällen sind Gespräche mit Tätern und Opfern sowie psychologische Betreuung. Dennoch berichten nur 24% der Schulen, dass sie Gewaltvorfälle systematisch erfassen. Da ist noch viel Luft nach oben, um Lehrer und Schüler gleichermaßen zu schützen.

Die Herausforderungen, vor denen Schulen stehen, sind komplex und erfordern ein Umdenken in der Gesellschaft. Es geht nicht nur um Statistiken, sondern um die Menschen, die täglich in diesen Einrichtungen arbeiten und lernen. Vielleicht braucht es mehr Empathie und weniger Gewalt – in der Schule und darüber hinaus.