Die RE1-Zuglinie zwischen Magdeburg und Frankfurt (Oder) ist ein echtes Sorgenkind der Ostdeutschen Eisenbahn GmbH (Odeg). Bereits bis April 2023 fielen ganze 13% der Verbindungen aus – und das vor allem wegen Baustellen. Großbaustellen in Berlin-Köpenick und an der Fangschleuse machen den Fahrgästen das Leben schwer und beeinflussen die Zuverlässigkeit dieser wichtigen Strecke. Die Odeg, die diese Verbindung seit 2022 betreibt, hat die Herausforderung, eine der meistgenutzten Strecken Brandenburgs zu managen. Rund 60.000 Menschen sind täglich auf den RE1 angewiesen, um von Magdeburg über Potsdam nach Berlin zu gelangen.
Die Berichte über häufige kurzfristige Ausfälle, Verspätungen und den unliebsamen Ersatzverkehr häufen sich. Odeg macht die Deutsche Bahn Infrago, den Gleisnetzbetreiber, für die Probleme verantwortlich. Christian Görke, der Linke-Bundestagsabgeordnete, äußert lautstark seine Bedenken über die Vernachlässigung Ostbrandenburgs. Er fordert eine Priorisierung der Bahnprojekte und drängt auf den zweigleisigen Ausbau der Ostbahn – eine Maßnahme, die unbedingt notwendig scheint, wenn man die aktuellen Entwicklungen betrachtet.
Sanierung und ihre Folgen
Ab 2029 steht eine neunmonatige Sanierung der Strecke zwischen dem Berliner Ostbahnhof und Frankfurt (Oder) an. Odeg erwartet, dass diese Sanierung drastische Ausfälle und Verbindungsprobleme mit sich bringen wird. Görke nennt die Pläne provokant „Selbstmord mit Ansage“ und fordert eine gleichzeitige Planung für den zweigleisigen Ausbau. Es ist nicht zu übersehen, dass die Strecke zwischen Berlin und Küstrin nicht elektrifiziert und zudem teilweise eingleisig ist – ein Umstand, der die Situation noch komplizierter macht.
Vor zwei Jahren wurde die Oderbrücke zwischen Kostrzyn (Polen) und Küstrin-Kietz (Brandenburg) eröffnet, was theoretisch eine wertvolle Verbindung schaffen könnte. Doch der Ausbau der Ostbahn von Berlin bis Küstrin-Kietz wird auf bis zu 1,3 Milliarden Euro geschätzt und soll in zwei Stufen bis 2036 realisiert werden. Das wirft die Frage auf, ob die Verantwortlichen die Dringlichkeit dieser Projekte auch wirklich im Blick haben.
Inmitten dieser Herausforderungen stellt sich die Frage: Wie soll es mit der Bahn in Ostbrandenburg weitergehen? Die Bedenken sind mehr als berechtigt, und die Verlässlichkeit dieser wichtigen Verkehrsverbindung steht auf der Kippe. Wenn wir uns die Situation der Bahn in unserer Region anschauen, wird deutlich, dass es höchste Zeit für Veränderungen und Investitionen ist. Die Pendler und Reisenden haben mehr als genug Geduld bewiesen – die Frage ist, wie lange sie noch bereit sind, diese Unannehmlichkeiten hinzunehmen.