Heute ist der 4.05.2026, und wir befinden uns in Steglitz, Berlin. Ein Ort, der sich gerade in einem Spannungsfeld zwischen Verkehr und Sicherheit befindet. Die Verkehrsverwaltung hat großartige Pläne – oder vielleicht auch nicht so großartig, je nach Perspektive. Der Rückbau eines Radwegs auf der Straße Unter den Eichen steht an, und das sorgt für Aufregung unter den Berliner Verkehrsteilnehmern. Es soll ein Radweg zurückgebaut werden, und der Autoverkehr bekommt zwei neue Fahrstreifen. Das klingt nach einer klassischen Entscheidung, die die Gemüter erhitzt.
Doch was steckt wirklich dahinter? Die Idee ist, Fußgänger und Radfahrer auf einen gemeinsamen Geh- und Radweg zu bringen. Die Begründung der Senatsverwaltung dreht sich um die täglichen Staus und Probleme an der Kreuzung zur Autobahn 103. Hier wird der Fuß- und Radverkehr als überschaubar eingeschätzt, was sicher nicht in jedem Fall gefällt. Stadtrat Urban Aykal von den Grünen ist über diesen Vorstoß alles andere als erfreut und kritisiert die Entscheidung scharf. Er verweist auf eine Untersuchung aus dem Jahr 2023, die bestätigte, dass es keine erkennbaren Rückstaus auf der A103 gibt. Außerdem wird angeführt, dass der Gehweg mit seinen 1,75 Metern Breite viel zu schmal für eine gemeinsame Nutzung ist. Da fragt man sich doch, wie das funktionieren soll.
Radweg oder Autostraße?
Der Radfahrstreifen ist nicht einfach so vom Himmel gefallen. Bis zum Jahr 2022 war er eine Autofahrspur – und nun soll er zurück zu den Autos? Die Strecke ist immerhin 621 Meter lang und verläuft zwischen Am Fichtenberg und Wildenowstraße. Man könnte meinen, dass hier Radfahrer, die sich den Streifen mit dem Busverkehr der Linie M48 teilen, nicht gerade die besten Bedingungen vorfinden. Das Bild, das sich hier abzeichnet, ist also alles andere als rosig.
Die Kritik kommt nicht nur von politischen Seiten. Der ADFC Berlin hat ebenfalls etwas zu sagen: Sie bemängeln den alten Hochbord-Radweg, der nur einen Meter breit ist, durch Baumwurzeln beschädigt und somit unbefahrbar. Das klingt nach einem klaren Fall von „da muss dringend was getan werden“. Und während die Verkehrsverwaltung wohl auf eine Art Entlastung hofft, kündigt die Deutsche Umwelthilfe (DUH) an, die Pläne zu stoppen. Sie berufen sich auf rechtliche Vorschriften und warnen vor einer Gefährdung der Sicherheit von Radfahrenden, Fußgängern und Rollstuhlfahrenden. Jürgen Resch, der Bundesgeschäftsführer der DUH, äußert seine Bedenken zur Verkehrssicherheit. Ein Aufeinandertreffen, das nicht nur auf dem Papier spannend ist.
Pläne für die Zukunft
Doch was passiert, wenn man über diese aktuellen Diskussionen hinausblickt? In Berlin gibt es eine Vielzahl von Institutionen, die sich mit technischen Planungen für Straßen, Wege und Freianlagen beschäftigen. Ein Beispiel dafür ist die FGS, die auch verkehrsplanerische Beiträge für Bebauungspläne und Bauanträge erstellt. Diese Institutionen sind oft die stillen Helden hinter den Kulissen, die versuchen, die Verkehrsströme in einer Stadt wie Berlin zu analysieren und zu optimieren. Sie führen Untersuchungen zu Verkehrssicherheit und Verkehrsverhalten durch und bieten Beratung zu verkehrsplanerischen Themen an. Wenn die FGS schon beim Pausenhof der Anne-Sophie-Schule auf dem Dach der Zehlendorfer Welle aktiv ist, könnte man sich fragen, was sie für die Verkehrssituation in Steglitz tun könnten.
Die Entscheidung über den Rückbau des Radwegs wird also nicht nur die unmittelbaren Anwohner betreffen. Es ist eine Diskussion, die weitreichende Konsequenzen für die Verkehrssicherheit und die Lebensqualität der Menschen in Berlin haben könnte. Und während wir hier über den Rückbau diskutieren, bleibt die Frage: Wie sieht die Zukunft des Radverkehrs in der Hauptstadt wirklich aus?