Das Sommerbad Lichterfelde, liebevoll „Spucki“ genannt, blickt auf eine lange Geschichte als Freizeitort für Familien und Kinder zurück. Doch seit vier Jahren ist das beliebte Freibad geschlossen, und der Zustand macht keinen guten Eindruck. Der Sanierungsstau bei den Freibädern im Berliner Südwesten ist erheblich. Ein Blick auf das Strandbad Wannsee zeigt, wie gravierend die Situation ist: Promenadendecks sind wegen kaputter Fliesen gesperrt und auch das Strandrestaurant Lido hat seine besten Tage hinter sich. Es ist kaum zu fassen, dass für das Sommerbad am Insulaner sage und schreibe sieben Millionen Euro für Sanierungen benötigt werden – und doch ist das Spucki aufgrund seiner speziellen Beckenstruktur nicht für Schul- oder Vereinsschwimmen priorisiert. Das bedeutet, dass Familien und Freizeitnutzer in der aktuellen Bäderplanung einfach nicht berücksichtigt werden.

Die Bäderbetriebe und der alte Pächter tragen die Verantwortung für den Zustand des Spuckis. Doch die Senatssportverwaltung erklärt, dass eine Sanierung aufgrund der Sonderrolle des Bades nicht in Betracht kommt. Dies wirft Fragen auf: Wo bleibt der Platz für die Bedürfnisse der Familien? Wo ist der Raum für das unbeschwerte Schwimmen an heißen Sommertagen?

Der große Sanierungsbedarf in Deutschland

Die Situation ist nicht nur in Berlin prekär. Eine aktuelle Umfrage des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) zeigt, dass fast jedes zweite Freibad in Deutschland umfassend sanierungsbedürftig ist. 45 Prozent der Freibäder benötigen drastische Maßnahmen – ein Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren (2025: 38 Prozent, 2024: 35 Prozent). Und während 31 Prozent der Freibäder kleinere Reparaturen benötigen, glänzen nur 24 Prozent in einem sanierten und guten Zustand. Was ist da los? Die Badbetreiber stehen vor gewaltigen Herausforderungen!

Die Finanzierung ist der Hauptknackpunkt – 90 Prozent der Betreiber sehen sich mit finanziellen Hürden konfrontiert, gefolgt von gestiegenen Baukosten (76 Prozent). Ein Großteil der Betreiber investiert zwischen 15 und 30 Prozent ihres Budgets in Sanierungen, doch die Frage bleibt: Woher sollen die Mittel kommen? Ein Teufelskreis, der auch den Fortbestand der Freibäder gefährdet, die doch als Orte der Schwimmausbildung und Gesundheitsvorsorge unverzichtbar sind.

Ein Blick in die Zukunft

Das Bild wird noch trüber, wenn man bedenkt, dass 58 Prozent der Badbetreiber mit einem Fachkräftemangel zu kämpfen haben. Die Herausforderungen scheinen schier unüberwindbar: Sanierungsstau, fehlende finanzielle Mittel und die Notwendigkeit, die Freibäder umweltfreundlicher zu gestalten – alles Themen, die dringender denn je angegangen werden müssen. Der VKU appelliert eindringlich an Bund und Länder, die Förderbedingungen für kommunale Freibäder zu verbessern. Es bleibt zu hoffen, dass der Aufschrei der Betreiber und Nutzer Gehör findet.

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Insgesamt gibt es in Deutschland rund 2.800 Freibäder. Die Frage ist, wie viele davon noch für die Öffentlichkeit zugänglich sein werden. Der Sommer steht vor der Tür, und die Sehnsucht nach frischem Wasser, Sonne und unbeschwertem Vergnügen ist groß. Doch während die Freibäder in der Warteschleife stehen, bleibt den Familien nur, die Erinnerungen an bessere Tage zu bewahren. Die Zukunft des Spuckis und vieler anderer Freibäder steht in den Sternen – und es ist an der Zeit, dass sich etwas bewegt.

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