In der Ahornstraße in Steglitz, wo sich einst das legendäre Jugendzentrum „Pop Inn“ befand, wird die Vergangenheit neu belebt. Dieser Club war in den glorreichen Jahren von 1960 bis 2013 ein Hotspot für die Jugend im Berliner Südwesten, ein Ort, an dem Feiern nicht nur erlaubt, sondern auch zelebriert wurde. Künstler wie Frank Zander und Die Ärzte traten hier auf und hinterließen bleibende Erinnerungen. Doch seit 2013 steht das Gebäude leer, verfällt und wird als Lost Place bezeichnet. Die Jugend von heute hat jedoch nicht vor, das Erbe des „Pop Inn“ in Vergessenheit geraten zu lassen.

Ein Event namens „Für immer Pop Inn“ erzählt die bewegte Geschichte des Clubs und wird von einem kreativen Team um Micha Kranixfeld und Maximilian Hagemeyer organisiert. Die Premiere der Tanz-Performance am 26. Juni ist bereits ausverkauft, und die Vorfreude auf insgesamt zehn Vorstellungen ist spürbar. Mit einem Eintrittspreis von nur 8 Euro können Besucher in die nostalgischen Erinnerungen eintauchen. Der Eingang des „Pop Inn“ wurde in der Tanzschule Tanz-Tangente an der Ahornstraße 24 nachgebaut, was die Neugierde nur noch verstärkt. Wer durch die Bullaugen-Tür tritt, fühlt sich sofort in die Vergangenheit versetzt.

Ein Stück Geschichte in Bewegung

Rund um die Performances gibt es eine Ausstellung, die Interviews zum Nachhören bietet und die Themen Clubkultur und Lost Places behandelt. Die originalen Buchstaben der alten Leuchtreklame, die das „Pop Inn“ einst zierten, wurden restauriert und finden ihren Platz in der Performance. Ein Rundgang im Januar offenbarte, dass Tanzflächen, Bar und DJ-Pult noch erhalten sind, aber auch der Zahn der Zeit seine Spuren hinterlassen hat – Schimmel ist das stumme Zeugnis der Jahre des Verfalls. Trotzdem, die Erinnerungen werden lebendig gemacht. Anekdoten wie die von einem lebenden Spanferkel, das während einer Veranstaltung ausbüxte, sorgen für Schmunzeln und nostalgisches Herzklopfen.

Die Stadträtin für Jugend, Carolina Böhm, hat sich ebenfalls für die Wiedereröffnung des Clubs stark gemacht. Ein Rundgang im „Pop Inn“ diente dazu, das Gespräch über die Zukunft des Ortes zu fördern. Simon, ein Mitglied der Jugendcompany, bringt den Wunsch nach einem Treffpunkt für junge Menschen auf den Punkt. Die Diskussionen über die Wiederverwendung des Gebäudes, die bis heute geführt werden, zeigen, wie stark das Bedürfnis nach einem Ort für die Jugend ist.

Ein Projekt, das verbindet

Das Performance-Projekt „Für immer Pop Inn“ wird vom Kulturhaus Schwartzsche Villa, dem Kunstkollektiv „Syndikat Gefährliche Liebschaften“ und der TanzTangente durchgeführt. Es wird aus Mitteln der Einzelprojektförderung der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt sowie des Bezirkskulturfonds gefördert. Die Verbindung von Jugendlichen von heute mit der Vergangenheit des Clubs könnte nicht wertvoller sein. In einer Zeit, in der viele Clubs um ihre Existenz kämpfen, ist es erfrischend zu sehen, dass die Erinnerungen an die „Hitparade“ und erste Schwärmereien nicht verloren gehen.

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Die Termine für die Aufführungen sind wie folgt: Samstag, 27. Juni, um 18.00, 19.30 und 21.00 Uhr sowie der Freitag, 3. Juli, und Samstag, 4. Juli, mit denselben Uhrzeiten. Tickets sind über www.pretix.de/kultur-berlin-sz erhältlich und möglicherweise auch an der Abendkasse. Wer sich für die kreative Wiederbelebung eines Stücks Berliner Geschichte interessiert, sollte sich diese Chance nicht entgehen lassen.

Für mehr Informationen zur Clubkultur in Berlin und ihren Herausforderungen lohnt sich ein Blick auf tagderclubkultur.berlin.

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