In Steglitz-Zehlendorf tut sich etwas Spannendes: Ein Kinder- und Jugendparlament wird ins Leben gerufen! Dieser Beschluss wurde einstimmig in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) gefasst und ist das Resultat eines intensiven Beteiligungsprozesses, der vor anderthalb Jahren seinen Anfang nahm. Bei diesem Prozess wurden Kinder und Jugendliche gehört, und ihre Stimmen haben klar signalisiert: Sie wollen ein eigenes Parlament, in dem ihre Anliegen Gehör finden.

Der strukturierte Beteiligungsprozess umfasste Gespräche in Schulen und Jugendfreizeiteinrichtungen sowie den Austausch mit Fachkräften. Interessanterweise wurde der Prozess so gestaltet, dass keine vorab festgelegte Struktur für das Gremium existierte. Dies ermöglichte eine authentische und ehrliche Auseinandersetzung mit den Wünschen der jungen Menschen in Steglitz-Zehlendorf.

Demokratische Mitbestimmung für junge Menschen

Das neue Kinder- und Jugendparlament wird demokratisch gewählt und setzt sich aus Vertretern von Schulen, Jugendfreizeiteinrichtungen, Vereinen und weiteren Organisationen zusammen. Es sind klare Regelungen zur Repräsentanz und Einbindung verschiedener Gruppen im Bezirk vorgesehen. Damit wird sichergestellt, dass alle Stimmen gehört werden und die Anliegen der Kinder und Jugendlichen ernst genommen werden.

Das Parlament hat die Möglichkeit, eigene Anträge einzubringen und wird zu Sitzungen der BVV eingeladen, wo es Rückmeldungen zu abgelehnten Anträgen erhält. Auch Rederechte sind vorgesehen, was die Mitwirkung und die aktive Teilnahme weiter fördert. Ziel ist es, das Vertrauen der jungen Menschen in die Bezirkspolitik zu stärken und Politikverdrossenheit zu bekämpfen. Denn Kinder und Jugendliche haben oft andere Perspektiven auf ihren Alltag, die für politische Entscheidungen von großer Bedeutung sind.

Bundesweite Initiativen und Unterstützung

Das Bundesjugendministerium unterstützt diese Bemühungen, indem es die politische Beteiligung junger Menschen fördert. Mit dem Ziel, das Miteinander der Generationen sowie den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Demokratie zu stärken, wird eine Vielzahl von Initiativen ins Leben gerufen. Dazu gehören unter anderem die Entwicklung einer zentralen Beteiligungsplattform und die Einführung klarer gesetzlicher Regeln für die Einbeziehung junger Menschen bei relevanten Entscheidungen.

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Eine digitale Beteiligungsplattform wird bis zum zweiten Quartal 2026 verfügbar sein, und Veranstaltungen wie die JugendPolitikTage (JPT) 2025 sowie die BundesJugendKonferenz (BuJuKo) 2024 bieten Jugendlichen eine hervorragende Gelegenheit, ihre Ideen für eine jugendgerechte Zukunft einzubringen. Zudem unterstützt das Projekt „Servicestelle Starke Kinder- und Jugendparlamente“ kommunale Initiativen, um den Dialog zwischen jungen Menschen und der Politik zu fördern.

Qualitätsstandards für die Beteiligung

Ein zentraler Bestandteil dieser Entwicklungen sind die Qualitätsstandards zur Kinder- und Jugendbeteiligung, die bereits 2009 im Rahmen des Nationalen Aktionsplans „Für ein kindergerechtes Deutschland 2005–2010“ ins Leben gerufen wurden. Diese Standards bieten klare Orientierung für die Planung und Umsetzung von Beteiligungsprozessen und haben in der Praxis große Akzeptanz gefunden.

Die Aktualisierung der Qualitätsstandards im Jahr 2022 hat das Ziel, eine bessere Anknüpfung an die verschiedenen Praxisfelder zu gewährleisten. Sie unterstützen Fachkräfte dabei, Beteiligung transparent, verbindlich und kindgerecht zu gestalten. Dabei ist es wichtig, dass die Themen der Beteiligung von den Kindern und Jugendlichen selbst bestimmt werden, um echte Mitwirkung zu gewährleisten.

Dank der vielen Beteiligten, die diesen Prozess in Steglitz-Zehlendorf unterstützt haben, wird nun ein wichtiger Schritt in Richtung einer stärkeren politischen Mitbestimmung für Kinder und Jugendliche vollzogen. Ihre Perspektiven werden nicht nur gehört, sondern sie bekommen auch die Möglichkeit, aktiv an der Gestaltung ihrer Lebenswelt mitzuwirken.