Am 3. Januar 2026 verwandelte sich der Berliner Südwesten in ein Szenario, das die Bewohner der Region in eine akute Notlage versetzte. Ein Brandanschlag auf eine Kabelbrücke über den Teltowkanal, mutmaßlich verübt von der linksextremistischen Gruppe „Vulkangruppe“, führte zu einem massiven Stromausfall, der mehr als 100.000 Menschen im Bezirk Steglitz-Zehlendorf von Strom und Wärme abschnitt. In der darauf folgenden Zeit dokumentierte eine Excel-Tabelle der Berliner Feuerwehr 416 Einsätze, die während der 104 Stunden andauernden Dunkelheit nötig wurden.
Die Situation war dramatisch. Viele Bewohner verließen hastig ihre Wohnungen und suchten Zuflucht in Hotels oder bei Freunden. Besonders betroffen war Andreas Thomsen, ein Rechtsanwalt aus Wannsee, der auf ein Beatmungsgerät angewiesen ist. Als der Stromausfall länger als erwartet andauerte, alarmierte er die Feuerwehr. Doch der Rettungseinsatz gestaltete sich schwierig, da das Rolltor seines Anwesens ohne Strom nicht zu öffnen war. Thomsen war einer von 40 Patienten, die während des Blackouts mit Sauerstoffgeräten in akute Lebensgefahr gerieten.
Ein schwerer Einsatz für die Feuerwehr
Insgesamt wurden während des Stromausfalls mindestens 40 Beatmungspatienten von der Feuerwehr gerettet. In der Liste der Einsätze sind unter anderem drei Reanimationen verzeichnet, sowie zwölf Fälle, die als „höchste Dringlichkeit“ eingestuft wurden. Tragischerweise wurde während des Blackouts der Tod einer 83-jährigen Frau gemeldet, die von ihrem Sohn tot aufgefunden wurde, während eine 89-jährige Frau in einem Krankenhaus verstarb, nachdem sie zuvor gestürzt war. Ein direkter Zusammenhang zwischen ihrem Tod und dem Stromausfall konnte jedoch nicht nachgewiesen werden.
Die Ermittlungen zur Brandursache ergaben, dass das Feuer in Berlin-Lichterfelde absichtlich gelegt wurde. Die „Vulkangruppe“ bekannte sich zu dem Anschlag und bezeichnete ihn als Sabotage gegen die fossile Energiewirtschaft. In ihrem Bekennerschreiben entschuldigte sich die Gruppe zwar bei weniger wohlhabenden Menschen, zeigte jedoch wenig Mitgefühl für die wohlhabenderen Stadtbewohner. Die Polizei und die Politik stufen den Vorfall als ernsthaften Anschlag auf die Infrastruktur ein, und die Generalbundesanwaltschaft hat die Ermittlungen übernommen.
Ein Netzwerk des Terrors
Die „Vulkangruppe“ ist nicht neu in der Szene. Bereits in der Vergangenheit verübte sie mehrere Anschläge auf kritische Infrastruktur, darunter Brandanschläge auf Strommasten und Kabelbrücken, die teils erhebliche Schäden verursachten. Ein Verfassungsschutzbericht von 2024 hebt hervor, dass diese Gruppe gezielt Anschlagsziele auswählt, die spürbare Auswirkungen auf die Bevölkerung haben. Experten warnen, dass für solche Aktionen kein spezielles Wissen erforderlich ist; die Informationen seien leicht zugänglich, was das Risiko weiterer Anschläge erhöht.
Die dramatischen Ereignisse des Januar 2026 werfen ein Schlaglicht auf die Verwundbarkeit kritischer Infrastrukturen in Berlin und die potenziellen Gefahren, die von extremistischen Gruppen ausgehen. Während die Ermittlungen weiterlaufen und die Feuerwehr auf Hochtouren arbeitet, bleibt die Frage: Wie gut ist Berlin auf solche Krisensituationen vorbereitet? Mangelndes Notfallmanagement wird von Experten als ein zentrales Problem identifiziert, das dringend angegangen werden muss.