Das große Berliner Bad-Drama: Zwischen Sanierungsstau und Hoffnungsschimmer
Schau mal, die Berliner Bäderlandschaft, die hat es wirklich nicht leicht. Besonders im Südwesten der Stadt, wo die Menschen die Sommerbäder herbeisehnen, gibt es ein echtes Drama. Das Sommerbad Lichterfelde, auch liebevoll Spucki genannt, steht seit vier Sommern leer. Geschlossen nach dem Auslaufen des Pachtvertrags. Und warum? Massive technische Mängel und ein desolater Zustand haben dazu geführt, dass die Anwohner, Initiativen und selbst die Bezirkspolitiker um eine Wiedereröffnung kämpfen. Doch die Lösung? Fehlanzeige. Die Berliner Bäder-Betriebe haben zwar ein paar Pläne, aber die Finanzierung für die nötigen Sanierungskosten von mindestens fünf Millionen Euro – allein eine Million für den Badebetrieb und vier für die Saunaanlage – lässt auf sich warten.
In der Zwischenzeit bleibt das Spucki für Vereins- und Schulschwimmen ungeeignet. Währenddessen hat das Sommerbad am Insulaner einen Sanierungsstau von sieben Millionen Euro, wobei zwei Millionen für eine Betonsanierung und fünf Millionen für das Umkleidegebäude und die Technik eingeplant sind. Die gute Nachricht? Das Bad ist zwar in Betrieb, aber Einschränkungen in der Nutzung sind dennoch möglich. Wenn man sich das Strandbad Wannsee anschaut, wird die Lage nicht viel besser. Hier gibt es ein dringendes Gesamtsanierungskonzept, denn nach der letzten Grundsanierung von 2004 bis 2007, die stolze 12,5 Millionen Euro kostete, hat sich der Zustand merklich verschlechtert. Teile sind gesperrt, und das Restaurant Lido verfällt seit 1996.
Ein Blick auf die Zukunft
Die Probleme sind nicht nur lokal. Im Januar 2023 gab es einen Stromausfall, der Schäden an Trinkwasser- und Heizungsinstallationen hinterließ. Die WC-Häuser sollen zwar im Juni 2026 wieder in Betrieb gehen, aber weitere Probleme an den Gebäuden und Promenadendecks sind nach wie vor unklar. Die Senatssportverwaltung hat immerhin einen Sanierungsfahrplan in Aussicht gestellt. Aber wann und wie genau die Finanzierung klappen soll, bleibt ein großes Fragezeichen.
Doch nicht alles ist düster. Berlins Bäderlandschaft wird aktuell umfassend saniert und modernisiert, mit Projekten wie dem Sommerbad Humboldthain und der Sport- und Lehrschwimmhalle Schöneberg. Aber während einige Standorte nur laufende Instandhaltungsmaßnahmen haben, bleibt die Beckenfläche der öffentlichen Schwimmflächen in Berlin in den letzten 25 Jahren um etwa 3% rückläufig – besonders in den Bezirken Charlottenburg-Wilmersdorf, Steglitz-Zehlendorf und Friedrichshain-Kreuzberg. Das ist schon ein bisschen alarmierend, oder? Die Anlagen sind oft technisch überaltert, energetisch ineffizient oder sogar denkmalgeschützt. Der Investitionsbedarf ist hoch, und das wird vom Senat und den Berliner Bäder-Betrieben ernsthaft angegangen.
Die große Sanierungswelle
Bis 2030 sind rund 600 Millionen Euro für Grundsanierungen, Modernisierungen und den Neubau von Hallen- und Sommerbädern eingeplant. Innen- und Sportsenatorin Iris Spranger hat diese Maßnahmen angekündigt und das Ausmaß des Sanierungsstaus betont. Von den 67 Bädern in der Stadt, die für die Gesundheit und Lebensqualität der Bürger eine Rolle spielen, werden viele jetzt endlich in Angriff genommen. Die Teilsanierung des Stadtbads Schöneberg ist bereits nach über zwei Jahren abgeschlossen. Hier können Schwimmkurse für Kinder bald wieder beginnen.
Und das ist nicht alles! Im kommenden Jahr öffnet das Paracelsus-Bad in Reinickendorf nach acht Jahren Bauarbeiten. Auch das Wellenbad am Spreewaldplatz in Kreuzberg wird 2024 nach der Grundsanierung wieder eröffnet. Ein neuer Badstandort entsteht in Charlottenburg, und über 40 Millionen Euro sind dafür eingeplant. Und das Beste? Alle Sommerbäder sollen Beckenabdeckungen erhalten, um den Wärmeverlust um bis zu 30 Prozent zu reduzieren. Das klingt nach einem Plan!
Wir können nur hoffen, dass die geplanten Maßnahmen den steigenden Bedarf an Schwimmflächen langfristig decken können. Die Berliner sehnen sich nach ihren Bädern – und so bald wie möglich! Es bleibt spannend, wie sich die Lage entwickeln wird.
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