In der vergangenen Nacht, genauer gesagt gegen 2:30 Uhr, ging im Berliner Ortsteil Falkenhagener Feld so richtig die Post ab. Die Polizei bekam Wind von zwei dunkel gekleideten jungen Männern, die auf einem Motorroller unterwegs waren. Ein typischer Fall von „Ich mach’s einfach mal schnell“ – der Fahrer ignorierte das Anhaltesignal der Beamten und düste stattdessen mit Vollgas davon. Rote Ampeln? Fehlanzeige! Gewöhnlich würde man ja sagen, dass man auf den Bürgersteig gehört, aber nicht in diesem Fall. Über die Grünflächen und Gehwege ging es weiter, als wäre das ein Spielplatz und nicht der Straßenverkehr.

Doch das Schicksal hatte andere Pläne. Auf Höhe des Bramwaldwegs kam es zu einer Kollision zwischen dem Polizeifahrzeug und dem Roller – und schwupps, beide Fahrer, ein 17-Jähriger und ein 20-Jähriger, landeten im Gebüsch. Nach einem kurzen Schreckmoment folgte die Flucht zu Fuß in verschiedene Richtungen. Aber die Polizei war schnell und schnappte sich die beiden flüchtigen „Rollerdiebe“. Interessanterweise beschuldigten sich die beiden gegenseitig, am Steuer gesessen zu haben. Das kann ja heiter werden!

Die Festnahme und die Folgen

Durch den Sturz erlitten beide leicht Verletzungen, doch eine ärztliche Behandlung lehnten sie ab – typisch, oder? Die Yamaha, auf der sie unterwegs waren, stellte sich als gestohlen heraus. Die Polizei konnte das gute Stück der Besitzerin zurückgeben, und damit endete die kleine Roller-Odyssee nicht ganz ohne Happy End. Nach den polizeilichen Maßnahmen kamen die beiden Festgenommenen wieder auf freien Fuß. Der jüngere, der 17-Jährige, wurde sogar seinem Vater übergeben. Ob der wohl schon wusste, was sein Sprössling so treibt?

Diese Szenen sind nicht ganz untypisch für die Kriminalitätslage in Berlin. Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) dokumentiert solche Vorfälle, um ein klares Bild der Kriminalität in der Stadt zu vermitteln. Es wird beobachtet, analysiert und natürlich auch geschaut, wer die Tatverdächtigen sind. Die Zahlen sind nicht nur für die Polizei wichtig, sondern auch für die Politik, um geeignete Maßnahmen zur Kriminalitätsbekämpfung zu entwickeln. Aber, und das ist wichtig zu wissen, nicht alle Straftaten landen in dieser Statistik. Ein Teil bleibt im Dunkelfeld, weil die Polizei nicht immer informiert wird.

Ein Blick auf die Zahlen

Die PKS liefert unter anderem Informationen über die Art und Zahl der Straftaten, Tatorte und -zeiten sowie über die Merkmale der Tatverdächtigen. Das gibt der Bevölkerung und den Behörden eine gewisse Sicherheit – oder auch nicht, je nachdem, wie man es betrachtet. Die Auswertung der Kriminalitätsbelastung in Berlin zeigt seit 2008, dass die Verteilung der Kriminalität in den verschiedenen Stadtteilen sehr unterschiedlich ist. Es ist also nicht nur das Gefühl, dass in manchen Kiezen mehr los ist als in anderen, es stimmt auch!

Das alles könnte einen vielleicht zum Nachdenken anregen: Wie sicher fühlen wir uns eigentlich in unserer Stadt? Und was können wir tun, um die Sicherheit zu erhöhen? Fragen über Fragen. Aber für heute bleibt festzuhalten, dass die Polizei im Falkenhagener Feld schnell reagiert hat und die beiden mutmaßlichen Rollerdiebe geschnappt wurden. Das gibt uns doch einen kleinen Hoffnungsschimmer, oder?