Heute ist der 3. Mai 2026 und die Zitadelle Spandau in Berlin ist einmal mehr ein Ort der kreativen Entfaltung. Hier findet sich die Ausstellungsreihe Rohkunstbau, die durch die Kooperation zwischen dem Verein der Freunde des Rohkunstbau e.V. und dem Zentrum für Aktuelle Kunst (ZAK) ermöglicht wird. Diese Ausstellung trägt den Titel „Whatever shape your heart is in“ und lädt die Besucher ein, über die aktuellen gesellschaftlichen Miseren nachzudenken und den Wunsch nach aktivem Handeln zu verspüren.
Kuratiert von Christoph Tannert, zeigt die Ausstellung Werke von 25 in Berlin lebenden Künstlerinnen und Künstlern. Ihre Arbeiten thematisieren Krisen, Krieg und die Angst vor der Zukunft – Themen, die uns alle irgendwie betreffen. Man könnte fast sagen, die Stimmung ist so greifbar, dass man sie mit den Händen fühlen kann. Die Kunstwerke selbst sind eine Mischung aus Emotionen und kritischen Reflexionen der Gegenwart.
Einblicke in die Kunstwerke
Ein Highlight sind die Arbeiten von Sahar Zukerman, die mit „Customs and traditions“ und „Burning Bush“ die Verbindung zwischen Popkultur und biblischen Erzählungen herstellt. Da wird der Auftritt Gottes gegenüber Moses auf eindringliche Weise in die heutige Zeit transportiert. Und auch Valérie Favre bringt mit ihrer Papiercollage mythologische Elemente ins Spiel, die zum Nachdenken anregen.
Olaf Kühnemann präsentiert sein Bild „Black Claw Landscape“, das vertraute Landschaften in einem neuen Licht erscheinen lässt. Die Installation „Dulce et decorum est“ von Itamar Gov, in der Ballons als militärische Objekte zu erkennen sind, könnte nicht aktueller sein – sie zwingt uns, über das, was wir für selbstverständlich halten, nachzudenken. Erez Israeli und seine Installation „Pomul Strămoșilor“ mit bunten Quasten und einer Faust – das ist ein visuelles Spiel, das gleichzeitig fröhlich und bedrückend wirkt.
Dikla Stern überrascht mit ihrer Arbeit „Echt jetzt. Really now?“, bei der eine Flugzeugnotfalltür im Mittelpunkt steht. Die Aufschrift „Systemfehler“ könnte kaum passender gewählt sein – sie verweist auf reale Ereignisse, die uns alle betreffen. Hier wird Kunst zur Plattform, um gesellschaftliche Fragen zu stellen, die laut und deutlich gehört werden müssen.
Besuchsinformationen
Die Ausstellung ist bis zum 3. Mai 2026 geöffnet. Die Öffnungszeiten sind von Freitag bis Mittwoch von 10 bis 17 Uhr und am Donnerstag von 13 bis 20 Uhr. Wer also noch einen Blick auf die Werke werfen möchte, hat noch ein wenig Zeit. Die Adresse lautet Am Juliusturm 64, 13599 Berlin. Weitere Informationen findet man auf der Webseite www.rohkunstbau.net.
Die Zitadelle Spandau ist nicht nur ein historisches Monument, sondern auch ein pulsierender Ort für zeitgenössische Kunst, der das kreative Herz Berlins schlägt. Man spürt förmlich die Energie, die von den Wänden und den Bildern ausgeht. Wer sich für Kunst interessiert – oder einfach nur neugierig ist – sollte diesen Ort nicht auslassen. Hier wird nicht nur Kunst präsentiert, sondern auch ein Raum geschaffen, um über sich selbst und die Welt nachzudenken.