In Berlin-Spandau tut sich etwas Grünes: Hier entstehen gleich zwei Tiny Forests, die nicht nur das Stadtbild aufpeppen, sondern auch einen wertvollen Beitrag zur Klimaanpassung leisten. Mit den klangvollen Namen „Kiesteich Oase“ und „Bogenwäldchen“ werden auf ehemaligen Rasenflächen insgesamt rund 1.800 Bäume und Sträucher gepflanzt. Dieses innovative Projekt wird von der Sozialgenossenschaft Karuna eG und dem Wohnungsunternehmen Vonovia umgesetzt und ist das erste seiner Art innerhalb eines großen Berliner Wohnungsbestands.
Die Initiative zielt darauf ab, das Mikroklima zu verbessern, die Wasserspeicherung zu fördern und die Biodiversität zu steigern. Die Flächen, die jeweils rund 300 m² groß sind, werden nach der bewährten Miyawaki-Methode angelegt. Diese Methode, die ihren Ursprung in Japan hat, ermöglicht die Schaffung hochdiverser Waldökosysteme in urbanen Räumen. Hierbei kommen vor allem Flächen mit geringem ökologischen Wert zum Einsatz, die durch dichte Bepflanzung in autarke Ökosysteme verwandelt werden.
Gemeinschaftliches Pflanzen und Lernen
Ein zentrales Element der Tiny Forests ist die Partizipation der Anwohner. Bei den Pflanzaktionen, die als gemeinschaftliche Veranstaltungen organisiert werden, können Bürgerinnen und Bürger aktiv teilnehmen und sich in Umweltbildungsprogrammen engagieren. Die Tiny Forests dienen somit nicht nur als grüne Klassenzimmer, sondern auch als Real-Labor für die Entwicklung und Erforschung von Waldökosystemen. Kinder und Freiwillige sind eingeladen, den Fortschritt zu dokumentieren, Baumzuwachs zu beobachten und Insekten zu bestimmen.
Diese Projekte sind Teil des Berliner Programms „Tiny Forests – Miniwälder“ und werden durch den Right Now Climate Fund von Amazon finanziert. Auch die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt unterstützt die Initiative und zeigt damit, wie wichtig die Schaffung sozialer Aufenthaltsräume in verdichteten Quartieren ist.
Ökologische und soziale Effekte
Die Tiny Forests sind nicht nur eine Maßnahme zur Klimaanpassung, sondern auch ein Beispiel für die Erbringung von Ökosystemdienstleistungen. Neben der Kühlung und Luftreinhaltung tragen sie zur Wasserrückhaltung bei und verbessern somit die Lebensqualität in der Stadt. Die bisherigen Erfolge des Tiny Forest-Konzepts in Deutschland zeigen, dass Bäume und Sträucher nicht nur das Stadtbild verschönern, sondern auch einen entscheidenden Beitrag zu einem nachhaltigeren urbanen Lebensraum leisten können.
Insgesamt wurden seit der Einführung des ersten Tiny Forests im Herbst 2020 bereits über 8.000 heimische Bäume und Sträucher auf einer Gesamtfläche von 2.700 m² gepflanzt. Die Beteiligung von über 600 Freiwilligen, Kita-Kindern und Schülern spricht für das große Interesse und die Begeisterung für diese innovative Form der Stadtbegrünung. In den kommenden Jahren sind weitere Pflanzungen geplant, um die positiven Effekte weiter zu verstärken und das Bewusstsein für ökologische Themen in der Bevölkerung zu schärfen.
Insgesamt zeigt das Projekt „Kiesteich Oase“ und „Bogenwäldchen“, wie wichtig es ist, den urbanen Raum nicht nur als Wohnort, sondern auch als Lebensraum für Natur und Menschen zu gestalten. Es ist ein Schritt in die richtige Richtung, um den Herausforderungen der Klimakrise zu begegnen und gleichzeitig soziale Räume zu schaffen, die das Gemeinschaftsgefühl stärken.