Eichenprozessionsspinner: Berlins unerwünschter Besucher gefährdet Gesundheit und Freizeit
In Berlin ist eine ungebetene Plage auf dem Vormarsch: Der Eichenprozessionsspinner breitet sich rasend schnell aus. Kürzlich haben die Bezirke Neukölln und Marzahn einen alarmierenden Anstieg an befallenen Bäumen verzeichnet. Wer jetzt durch den Görlitzer Park schlendert, wird möglicherweise auf gesperrte Bereiche stoßen – wie die Grillwiese, die seit Freitag für alle gesperrt ist. Das hat schon für einige Stirnrunzeln gesorgt, denn die betroffenen Bezirke, darunter Charlottenburg-Wilmersdorf, Treptow-Köpenick, Steglitz-Zehlendorf und Spandau, sind beliebte Anlaufstellen für Berliner und ihre Gäste.
Besonders kritisch ist die Lage in den Wäldern und Parks der Stadt, wo sich der Eichenprozessionsspinner wohlfühlt. Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg hat bereits vor den Gefahren im Schlossgarten Charlottenburg, auf der Pfaueninsel sowie in den Parks von Sanssouci und Babelsberg gewarnt. Und während die Zahl der befallenen Eichen im letzten Jahr auf 5032 an 881 Standorten gestiegen ist, könnte die Dunkelziffer noch viel höher sein. Es ist ein bisschen wie bei einem unangenehmen Nachbarn, den man nicht loswird – je mehr man versucht, ihn zu vertreiben, desto stärker wird er.
Die Gesundheitsgefahr
Ein besonders heikles Thema ist die Gesundheitsgefahr, die von diesen kleinen Ungeziefer ausgeht. Im Juni entwickeln die Raupen ihre gefährlichen Brennhaare, die gesundheitliche Beschwerden wie Hautreizungen, Juckreiz und sogar Atemwegsprobleme hervorrufen können. Das enthaltene Eiweiß Thaumetopoein ist alles andere als harmlos. Und die Berührung der Brennhaare? Das kann einem ganz schön den Tag vermiesen! Friedrichshain-Kreuzberg hat daher eindringlich gewarnt, dass ein Kontakt mit den Nester und Raupen zu allergischen Schocks führen kann. Wenn das nicht abschreckend ist!
Die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners ist ein facettenreiches Thema und fällt unter verschiedene Regelungsbereiche. Hierbei kommen sowohl chemische als auch biologische, mechanische und thermische Methoden zum Einsatz, wobei die Bekämpfung in Siedlungsgebieten besonderen Auflagen unterliegt. Nur professionelle Anwender dürfen Hand anlegen. Ein bisschen wie bei der Feuerwehr – nur die Profis dürfen ran, damit nichts schiefgeht! Bei einem Befall sollte man also umgehend die örtlichen Gesundheits-, Forst- oder Pflanzenschutzämter kontaktieren oder sich an professionelle Schädlingsbekämpfer wenden.
Präventive Maßnahmen und Bekämpfungsmethoden
Präventive Maßnahmen sind ebenfalls wichtig. Eine Möglichkeit wäre, Nistkästen für Meisen in der Nähe von Eichen aufzuhängen, um die natürlichen Feinde des Eichenprozessionsspinners zu fördern. Und wenn es dann doch zu einem Befall kommt, gibt es eine Vielzahl an Bekämpfungsmethoden. Mechanisch kann man die Gespinstnester absaugen und entsorgen, wärmer wird es bei der thermischen Bekämpfung, wo Heißwasser oder Heißschaum eingesetzt wird. Damit tötet man die Raupen und denaturiert die giftigen Eiweiße in den Brennhaaren.
Der Einsatz von chemischen Mitteln ist hingegen nur bei vorheriger Befallsermittlung und im Frühstadium sinnvoll. Das Umweltbundesamt hat empfohlen, betroffene Gebiete mit befallenen Bäumen zu meiden und bei Kontakt mit den Raupen und Nester – ja, das klingt vielleicht nach einer plumpen Warnung – die Kleidung zu wechseln, zu reinigen und sich gründlich zu duschen. Was für ein Spaß! Und die Wäsche? Die sollte bei mindestens 60 °C gewaschen werden, um das Nesselgift zu zerstören.
Was bleibt? Ein gewisses Maß an Bedacht und Vorsicht. Die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners ist nicht nur eine Frage des Pflanzenschutzes, sondern auch ein wichtiger Schritt zum Schutz der Gesundheit der Berlinerinnen und Berliner. Und das, in einer Stadt, die sich gerne im Freien aufhält und die grünen Oasen genießt. Ein bisschen wie ein Spiel im Park – man muss die Regeln kennen, um nicht auf die Schnauze zu fallen!
