Die Diskussion über die mögliche Austragung der Expo 2035 in Berlin nimmt immer mehr Fahrt auf. Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) hat kürzlich im Abgeordnetenhaus seine Unterstützung für das Gelände in Schönefeld kundgetan. Er sieht darin eine einmalige Chance, der Metropolregion Berlin-Brandenburg einen kräftigen Schub zu geben. Schönefeld, so Wegner, sei die ideale Fläche für eine solche Großveranstaltung. Doch die Meinungen über die Eignung des Geländes des ehemaligen Flughafens Tegel sind geteilt. Während Wegner für Schönefeld plädiert, gibt es auch Stimmen, die Tegel als zentralen Standort favorisieren.

Auf der Immobilienmesse MIPIM 2026 in Cannes wurde eine Konzeptstudie präsentiert, die zeigt, wie Tegel umgestaltet werden könnte. Die Vision, die von Daniel-Jan Girl (EXPO 2035 Berlin GmbH) und dem Architekten Stephan Schütz vorgestellt wurde, zielt darauf ab, die Expo als Katalysator für Infrastruktur, Innovation und nachhaltige Stadtentwicklung zu nutzen. Mit einem Ausstellungsareal von etwa 127 Hektar könnte Tegel sogar größer sein als das Gelände der letzten Expo in Osaka. Das denkmalgeschützte Terminalgebäude würde dabei als zentraler Bezugspunkt fungieren, während eine geplante „Expo Plaza“ als Treffpunkt für Besucher dienen soll. Das klingt alles ziemlich vielversprechend, oder?

Wettbewerb der Standorte

Die Brandenburger Landesregierung zeigt sich allerdings zurückhaltend, wenn es um den Standort Schönefeld geht. Wegner steht nicht nur in der Kritik, sich nicht ausreichend für die Expo-Bewerbung zu engagieren – besonders von Seiten der Berliner Wirtschaft, die sich von ihm mehr Einsatz wünscht. Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) hat sich bereits früher und deutlicher für die Bewerbung ausgesprochen. Kritiker werfen Wegner vor, Rücksicht auf ein anderes Großprojekt zu nehmen, das möglicherweise durch eine Expo-Bewerbung gefährdet werden könnte. Seine Priorität liege jedoch bei den Olympischen und Paralympischen Spielen. Ein Zwiespalt, der in Berlin nicht neu ist.

Spannend wird es, wenn man die Initiative EXPO 2035 betrachtet, die vom Verein Global Goals für Berlin getragen wird. Das Ziel ist klar: Berlin soll bis 2035 zur Weltausstellung transformiert werden, mit einem starken Fokus auf die 17 Global Goals der Vereinten Nationen. Hierbei sollen alle Bürgerinnen einbezogen werden, um Ideen in den Transformationsprozess einzubringen. Ein Anliegen, das in Zeiten des Klimawandels drängender denn je erscheint. Klimaneutralität innerhalb der nächsten Jahre – das ist nicht nur ein Wunschtraum, sondern ein Ziel, das konkrete Maßnahmen erfordert.

Der Weg zur Weltausstellung

Die Planungen rund um eine mögliche Expo in Berlin könnten den dringend notwendigen Innovationsschub für Produkte und Dienstleistungen mit sich bringen. Dabei ist es wichtig, dass die Bürgerinnen aktiv teilnehmen und sich für die Erreichung der Klimaziele einsetzen. Ein gemeinschaftliches Handeln in einem demokratischen und freiheitlichen System wird als essenziell angesehen, um die Vision von einem lebenswerten Berlin auf einem lebenswerten Planeten Wirklichkeit werden zu lassen.

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Mit all diesen Überlegungen und Plänen schwebt über der Stadt eine gewisse Aufregung. Was wird aus den Ideen, die bisher nur in Konzeptstudien existieren? Welche neuen Impulse werden tatsächlich gesetzt? Klar ist nur, dass der Weg zur Weltausstellung noch viele Höhen und Tiefen bereithalten könnte.