Im Herzen Berlins, im Regierungsviertel, wird aktuell das Robert-Koch-Forum aufwändig saniert. Dieses bedeutende Wissenschaftsgebäude des 19. Jahrhunderts, das zwischen 1873 und 1883 für die naturwissenschaftlichen, medizinischen und technischen Institute der Friedrich-Wilhelms-Universität (heute Humboldt-Universität) errichtet wurde, hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Mehrere Nobelpreisträger, darunter der berühmte Robert Koch, haben hier geforscht; Koch hielt 1882 im Hörsaal des Gebäudes einen wegweisenden Vortrag über den Erreger der Tuberkulose, für den er 1905 den Nobelpreis erhielt. Der Großteil des denkmalgeschützten Baus stand jedoch jahrelang leer, nachdem er im Zweiten Weltkrieg teilweise zerstört wurde und danach lange Zeit ungenutzt blieb.

Die Sanierung, die vom Land Berlin durchgeführt wird, kostet etwa 120 Millionen Euro und soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein. Anschließend wird die Hertie School, die Platz für 900 Studierende bieten wird, die neuen Räumlichkeiten beziehen. Der Umbau erfolgt nach einem Konzept des Büros Eller + Eller Architekten. Diese Modernisierung sieht nicht nur die Instandsetzung des historischen Gebäudes vor, sondern auch die Schaffung eines Zentrums für Bildung und Innovation.

Herausforderungen der Sanierung

Die Sanierung des Robert-Koch-Forums gestaltet sich als äußerst komplex. Zu den Herausforderungen zählen Asbest in Nachkriegseinbauten sowie die Notwendigkeit, den „Großen Saal“ auf mindestens 15 Meter tiefen Pfählen neu zu gründen, um das benachbarte ARD-Hauptstadtstudio nicht zu beeinträchtigen. Anfang 2020 begann die Sanierung, die sich aufgrund dieser und anderer Faktoren, wie Corona und fehlenden Planungspapieren, verzögerte. Die Kosten stiegen um mehr als 180 Prozent an, was die ursprünglichen Planungen deutlich überstieg.

Besonders bemerkenswert ist, dass seit 2017 das Einstein Center Digital Future einen Teil des historischen Komplexes nutzt, was zeigt, dass trotz der Sanierung bereits eine funktionale Nutzung des Gebäudes besteht. Vor der Übernahme durch die Hertie School wird der Robert-Koch-Hörsaal und der neue Hannah-Arendt-Saal für Veranstaltungen des Landes Berlin genutzt, was die Rolle des Forums als Ort der Wissenschaft und Bildung unterstreicht.

Ein Blick in die Zukunft

Mit der Fertigstellung der Sanierung wird das Robert-Koch-Forum nicht nur ein neuer akademischer Standort sein, sondern auch ein Zentrum für Innovation und Forschung, das an die glorreiche Vergangenheit anknüpft. Die Geschichte des Gebäudes, das einst ein Mekka für bedeutende Wissenschaftler wie Max Planck und Gustav Hertz war, wird durch die neue Nutzung revitalisiert. Die Hertie School plant, moderne Lehr- und Lernmethoden zu integrieren, um den Studierenden eine zeitgemäße Ausbildung zu bieten.

Ein weiterer interessanter Aspekt ist, dass Berlin in den letzten Jahren verstärkt in den Ausbau und die Sanierung von wissenschaftlichen Einrichtungen investiert. Ein Beispiel dafür ist die Sanierung und der Neubau des Labor- und Verwaltungsgebäudes für das Umweltbundesamt (UBA) im Dahlemer Dreieck. Dieses Projekt umfasst ebenfalls die Modernisierung eines denkmalgeschützten Altbaus und zeigt, wie Berlin auf die Anforderungen der modernen Forschung reagiert.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Robert-Koch-Forum mit seiner umfassenden Sanierung und der bevorstehenden Nutzung durch die Hertie School einen bedeutenden Beitrag zur Wissenschaftslandschaft Berlins leisten wird. Die Investitionen in Bildung und Forschung sind nicht nur ein Zeichen für die Wertschätzung der wissenschaftlichen Tradition, sondern auch ein Schritt in die Zukunft, in der Bildung und Innovation Hand in Hand gehen.

Für mehr Informationen zu den aktuellen Entwicklungen rund um das Robert-Koch-Forum, besuchen Sie bitte die Artikel auf Tagesschau und Entwicklungsstadt.