Ab Freitag wird es am Tegeler Fließ im Reinickendorfer Ortsteil Hermsdorf wieder lebendig. Und zwar nicht nur durch die frische Luft und den Gesang der Vögel, sondern durch die Rückkehr der Wasserbüffel! Diese sanften Riesen übernehmen die Landschaftspflege und erweisen sich als kostengünstige Alternative zur klassischen Beweidung. Wer neugierig ist, kann die Tiere gegen 10 Uhr an der Forststraße 62 auf die Weide bringen sehen. Es wird spannend, denn die Büffel bewegen sich in den kommenden Wochen entlang des Fließverlaufs in Richtung Egidysteig und werden später auf weitere Flächen umgesetzt.

Das Bezirksamt Reinickendorf setzt mit diesem Naturschutzprojekt einen weiteren Schritt zur Pflege des Uferbereichs des Tegeler Fließes und zur Förderung der Artenvielfalt. Es ist nicht nur ein lokales Vorhaben, sondern hat auch überregionale Aufmerksamkeit erlangt. Das Projekt wurde 2019 im Rahmen der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet, was die Bedeutung für Naturschutz und Umweltbildung unterstreicht. Bezirksbürgermeisterin Emine Demirbüken-Wegner (CDU) hebt hervor, wie wichtig solche Initiativen für die Freizeitangebote der Anwohner sind. Und Bezirksstadtrat Sebastian Pieper (CDU) bezeichnet das Ganze als „Erfolgsmodell“, das langfristig gesichert werden soll.

Wasserbüffel – Die Landschaftspfleger mit Tradition

Wusstest du, dass Wasserbüffel eine lange Tradition in Mitteleuropa haben? Im Hochmittelalter wurden sie in Deutschland bereits als Haustiere gehalten. Auch heute noch könnten sie in der europäischen Landschaft häufiger vorkommen. Manfred Forthofer, der im südlichen Waldviertel 51 Wasserbüffel auf seinem Biohof hält, zeigt, wie wichtig diese Tiere für die Landschaftspflege sind. Auf seinem Hof hat er sogar einen Teich angelegt, damit die Büffel einen kühlen Platz finden. In Rumänien gibt es noch einen Restbestand von etwa 15.000 Wasserbüffeln, die dort als Fleischlieferanten gehalten werden und kein Getreidefutter benötigen. Das ist doch eine interessante Perspektive, oder?

Die Rückkehr der Wasserbüffel ist nicht einfach nur ein schöner Anblick. Sie spielen eine entscheidende Rolle in der Landschaftspflege und im Naturschutz. Mit der EU-Initiative, 20% aller europäischen Land- und Meeresflächen ökologisch zu verbessern, wird der Wert dieser Tiere noch einmal besonders hervorgehoben. Sie können zur Pflege von Feuchtgebieten und zur Wiedervernässung von Mooren eingesetzt werden, was die Biodiversität erheblich steigert. Die Megaherbivoren-Theorie besagt sogar, dass Europas Wildnis einst durch große Pflanzenfresser geprägt war. Ein spannendes Thema, das immer mehr diskutiert wird.

Beweidungsprojekte als Vorbilder

Ähnlich wie in Reinickendorf, wo die Wasserbüffel ihre Mission für die Artenvielfalt antreten, gibt es auch andere interessante Projekte. Im Landkreis Freising, Bayern, sind Wasserbüffel auf einer Biotopfläche der Heinz Sielmann Stiftung im Einsatz. Diese Tiere gestalten ihre Umgebung aktiv und schaffen Lebensräume für seltene Pflanzen und Tiere. Eine feierliche Einweihung hat bereits stattgefunden, inklusive einer Informationstafel, die die Maßnahmen und Ziele des Projekts vorstellt. Hier wird deutlich, wie wichtig solche Projekte für die Ökologie sind und wie sie durch lokale Behörden und die Landwirtschaft unterstützt werden.

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Die Bedeutung der extensiven Beweidung für den Biotopschutz kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Landwirte wie Martin Vogt beweiden Flächen, die ökologisch wertvoll sind, um die ursprüngliche Vegetation zu erhalten. Das Drüsige Springkraut breitet sich auf solchen Flächen aus und bedroht die heimische Flora, aber mit den Wasserbüffeln an ihrer Seite wird dieser Herausforderung begegnet. Der Bürgermeister von Allershausen hebt die Wichtigkeit des Projekts für den Naturschutz hervor, und das nicht ohne Grund. Es zeigt, wie durchdachte Naturschutzprojekte als Vorbilder für andere Kommunen dienen können, um der Natur unter die Arme zu greifen.

Besucher, die sich die Wasserbüffel anschauen möchten, sollten sich allerdings an die Regeln halten: Ausreichend Abstand ist geboten, und das Betreten der Weiden ist verboten. Nur von den ausgewiesenen Wegen und Aussichtspunkten dürfen die Tiere beobachtet werden. Ein schöner Ausblick auf die Natur und ein Stück weit zurück zu den Wurzeln unserer Landschaft – das ist es, was dieses Projekt so besonders macht.

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