Die Berliner Sommerluft riecht nach Veränderung – und das nicht nur wegen der nahenden warmen Tage! Die Grünen im Landesparlament haben einen ehrgeizigen Plan ins Leben gerufen, der für viele BerlinerInnen ein Lichtblick sein könnte. Ein Antrag, der die Rückkehr des berühmten 9-Euro-Tickets für drei Monate in den Sommermonaten 2023 fordert, wurde ins Abgeordnetenhaus eingebracht. Ein echtes Schnäppchen, könnte man sagen, und vor allem eine dringend benötigte finanzielle Entlastung angesichts der explodierenden Energiepreise.
Werner Graf, der Fraktionschef der Grünen, macht keinen Hehl aus der Dringlichkeit dieser Maßnahme. „Wir müssen spürbare Entlastungen für die Berliner Bevölkerung schaffen“, erklärt er. Und das ist auch mehr als notwendig – vor allem in Zeiten, in denen die Kosten für Strom und Gas immer weiter steigen. Mit dem 9-Euro-Ticket könnten mehr Menschen ermutigt werden, auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen. Das wäre nicht nur sozial gerecht, sondern auch ein Schritt in die richtige Richtung für die Umwelt.
Ein Erfolgsrezept für alle
Das 9-Euro-Ticket war im Jahr 2022 ein durchschlagender Erfolg mit über 30 Millionen Nutzern. Die Grünen argumentieren, dass es nicht nur eine praktische, sondern auch eine klimafreundliche Lösung war. Es hat gezeigt, wie viele Menschen bereit sind, auf Bus und Bahn umzusteigen, wenn die Preise stimmen. Neben dieser Initiative wird zudem ein Energiebonus für bezahlbaren Strom ins Spiel gebracht. Ein doppelter Ansatz, der vielen Berlinerinnen und Berlinern das Leben ein wenig leichter machen könnte.
Doch das Thema Mobilität geht weit über das 9-Euro-Ticket hinaus. Der Verkehrssektor in Deutschland ist ein wesentlicher Faktor, wenn es um die Reduktion der CO2-Emissionen geht. Im Jahr 2019 lagen die Emissionen bei 165 Millionen Tonnen CO2 – fast auf dem Niveau von 1990! Mit dem Ziel, bis 2030 die Emissionen auf 85 Millionen Tonnen zu senken, ist klar, dass drastische Maßnahmen notwendig sind. Der motorisierte Individualverkehr macht einen Großteil der Emissionen aus, und das ist ein Problem, das wir nicht ignorieren können.
Der Weg zur Verkehrswende
Ein Umdenken ist gefragt. Die Verkehrswende erfordert nicht nur ein Umsteigen auf öffentliche Verkehrsmittel, sondern auch eine umfassende Transformation der Mobilitätsbranche. Während Elektrofahrzeuge im Anstieg sind, macht ihr Anteil am Gesamtbestand der Pkw gerade einmal 1,3 % aus. Die Politik muss dringend Anreize schaffen, um diesen Wandel zu beschleunigen. Ab 2035 dürfen in der EU keine Neuwagen mit Verbrennungsmotoren mehr zugelassen werden – ein Schritt in die richtige Richtung, aber der Weg dorthin ist steinig.
Die Grünen fordern zusätzliche, kurzfristige Entlastungen, die schnell greifen. Das 9-Euro-Ticket könnte ein erster Schritt sein. Es bleibt zu hoffen, dass das Abgeordnetenhaus dem Antrag zustimmt und der Senat sich mit Nachdruck auf Bundesebene für die Wiedereinführung des 9-Euro-Tickets einsetzt. Denn letztlich profitieren nicht nur die Fahrgäste, sondern auch die Umwelt von einer höheren Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel. Einfach mal die Bahn nehmen, statt im Stau zu stehen – das klingt doch nach einem Plan!