Am Schäfersee in Reinickendorf herrscht zurzeit ein ganz besonderes Treiben. Immer mehr Menschen – groß und klein, jung und alt – versammeln sich, um die Schwanenfamilie zu beobachten, die sich dort niedergelassen hat. Und was für eine Familie das ist! Die Schwaneneltern haben gleich sieben grau-flauschige Küken, die nun munter im Wasser paddeln und auch an Land tapsen. So ein Anblick ist einfach zum Dahinschmelzen!
Schwäne sind ja bekannt für ihre monogamen Beziehungen, und unser Schwanenpaar zeigt, wie stark diese Bindung ist. Normalerweise legen Schwäne zwischen fünf und acht Eier, in seltenen Fällen sogar bis zu zwölf. Im letzten Jahr wurde das ursprüngliche Gelege allerdings von unbekannten Tätern zerstört. Ein trauriger Vorfall, der dazu führte, dass die Schwäne ein neues Nest an einer anderen Stelle bauen mussten. Der Weg zum Gelege wurde daraufhin mit Bauzäunen gesichert, um die Vögel zu schützen. Und das war auch nötig, denn im Vorjahr schlüpften zwar vier Küken, doch nur zwei überlebten, und die anderen beiden mussten viel zu früh von uns gehen.
Ein neues Nest, ein neues Glück
In diesem Jahr haben die Schwäne am Nordufer des Sees ihr Nest bezogen, und die Aufregung ist groß. Ein Schild fordert die Spaziergänger auf, die majestätischen Tiere nicht zu stören – das ist nur fair, denn während der Brutzeit sind Schwäne besonders schützenswert. Und das Publikum, das sich um den Schäfersee versammelt, scheint das zu respektieren. Die Schwäne sind mittlerweile an die Menschen gewöhnt, und die Besucher halten respektvollen Abstand. Man sieht es den kleinen Küken an, wie sie neugierig umherschwimmen und sich an den Uferpflanzen laben.
Die Brutzeit für Schwäne beginnt normalerweise im April, und ihre Nester sind wahre Meisterwerke aus Zweigen und Schilf – die können schon mal über einen Meter im Durchmesser erreichen! Die Männchen übernehmen dabei die Aufgabe, Baumaterial zu sammeln, während die Weibchen das Nest fleißig bauen. Nachts wird das Gelege von den Männchen bewacht, und die Weibchen brüten die Eier, die im Abstand von 48 Stunden gelegt werden. Die Brutzeit selbst dauert etwa 40 Tage. In dieser Zeit sind Schwäne äußerst beschützerisch und verteidigen ihr Nest aggressiv. Man sollte sich also besser nicht zu nahe wagen!
Ein Blick in die Welt der Schwäne
In Mitteleuropa ist der Höckerschwan am häufigsten anzutreffen. Mit seinem charakteristischen schwarzen Höcker über dem orangefarbenen Schnabel und dem reinweißen Gefieder ist er ein echter Blickfang. Diese majestätischen Vögel wiegen zwischen 10 und 12 Kilogramm und tragen ihren langen Hals oft in einer eleganten S-Form. Die Schwäne am Schäfersee sind Vegetarier und ernähren sich vor allem von Wasserpflanzen, was bedeutet, dass die Fütterung durch Menschen in der Regel nicht notwendig ist. Bei extrem kaltem Wetter kann man ihnen ein wenig spezielles Wildvogelfutter anbieten, aber das sollte eher die Ausnahme sein.
Das Schwanenleben ist also keineswegs langweilig – es gibt immer etwas zu beobachten! Die kleine Schwanenfamilie am Schäfersee bringt Freude und Staunen in die Herzen der Menschen, die sich um den See versammeln. Die Natur zeigt sich hier von ihrer besten Seite, und wenn man genau hinschaut, kann man die Magie der Tierwelt hautnah erleben.