In den Wäldern von Berlin und Brandenburg beginnt wieder die Saison für Pilzsammler. Die Natur bietet in den kommenden Monaten eine Fülle an Pilzen, sowohl essbare als auch giftige. Um sicherzustellen, dass die Ernte nicht zu einem gesundheitlichen Risiko wird, startet im Landkreis Spree-Neiße eine kostenlose Pilzberatung, die von April bis Ende Oktober jeden Dienstag von 15.00 bis 16.00 Uhr im Fachbereich Gesundheit in der Käthe-Kollwitz-Straße 2 A in Forst in der Lausitz stattfindet. Die Beratungen sind nicht nur für Neulinge, sondern auch für erfahrene Sammler eine wertvolle Hilfe.

Der Pilzberater Klaus Wilde steht für telefonische Anfragen unter 03562 664 684 oder 0152 049 099 57 zur Verfügung. Eine gute Vorbereitung ist hierbei das A und O: Es wird empfohlen, ein Pilzbuch dabeizuhaben und sich vor dem Sammeln fachkundig beraten zu lassen. Das Waldgesetz Brandenburgs erlaubt es jedem, pro Tag etwa ein Kilogramm Pilze zu sammeln, was den Sammlern ausreichend Spielraum für die persönliche Ernte lässt.

Aufmerksam sammeln und beraten lassen

Beim Pilzesammeln ist Vorsicht geboten, denn viele Pilzarten sehen sich ähnlich, und das kann gefährliche Folgen haben. Der Botanische Garten Berlin hebt hervor, dass besonders der Pantherpilz (Amanita pantherina) sehr giftig ist und mit essbaren Perlpilzen verwechselt werden kann. Auch der Karbol-Champignon (Agaricus xanthodermus) ist ein Beispiel für einen leicht giftigen Pilz, der dem essbaren Wiesen- und Anischampignon ähnelt. Der Grüne Knollenblätterpilz, der häufig unter Eichen vorkommt, ist sogar tödlich giftig.

Die kostenlose Pilzberatung im Botanischen Garten findet montags von 14 bis 16 Uhr in der Botanikschule statt und bietet eine wertvolle Unterstützung für alle Pilzfans. Experten warnen davor, Pilze allein oder mit Hilfe von Apps zu bestimmen, da die Ergebnisse oft unzuverlässig sind. Zudem sollten Pilze frisch verarbeitet werden, um gesundheitliche Risiken durch verdorbene Speisepilze zu vermeiden. Das Verstauen von Pilzen in Plastiktüten ist ebenfalls nicht empfehlenswert, da sie dort verderben können.

Wissen, wann man Hilfe braucht

Im Falle einer Pilzvergiftung sollte umgehend der Giftnotruf unter 030 – 19240 oder medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden. In Berlin und Brandenburg ist das Sammeln von Wildpilzen nur in kleinen Mengen zum Eigenbedarf erlaubt, und Verstöße können mit Bußgeldern geahndet werden.

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Um das Risiko beim Pilzesammeln zu minimieren, können Pilzsachverständige (PSV) helfen. Diese von der Deutschen Gesellschaft für Mykologie (DGfM) geprüften und zertifizierten Pilzkenner verfügen über umfangreiche Kenntnisse in Mykologie und den ökologischen Zusammenhängen. Sie beraten Sammler über die Giftigkeit oder Essbarkeit von Pilzarten und führen informative Pilzlehrwanderungen durch. Eine Übersicht über Pilzsachverständige in der Nähe ist auf einer Karte verfügbar und bietet eine hervorragende Möglichkeit, sich umfassend über die heimischen Pilze zu informieren.

Mit diesen wertvollen Informationen ausgestattet, steht einem sicheren und erfolgreichen Pilzsammlerlebnis nichts mehr im Wege. Ob im Wald oder im Botanischen Garten, die Möglichkeiten zur Beratung sind vielfältig und sollten genutzt werden, um das Pilzesammeln zu einem Genuss zu machen.