Legionellenalarm in Berlin: Wenn Wasser zur Gesundheitsgefahr wird
In Berlin-Tegel gibt es momentan ernste Sorgen um die Gesundheit. Zwei Bewohner eines Seniorenwohnhauses sind an einer Lungenentzündung verstorben, die durch Legionellen verursacht wurde. Das klingt schon mal nicht gut, oder? Und die Sache ist noch nicht vorbei: Drei weitere Senioren mussten ins Krankenhaus, konnten aber wieder entlassen werden. Legionellen, diese eher unsichtbaren Bakterien, sind also wieder im Gespräch. Besonders alarmierend ist, dass sich Legionellen nicht nur in alten Gebäuden breitmachen können, sondern auch in Schulen und Kitas – und das vor allem während der Sommerferien. Wenn die Wasserhähne nicht oft genutzt werden, können sich die Bakterien richtig munter vermehren.
Andreas Ruhnau, ein Hygieniker, warnt vor der Stagnation des Trinkwassers, die die Gefahr einer Legionellenkontamination erhöht. Das klingt fast nach einer Horrorgeschichte, aber es ist die Realität. Von 2011 bis Mitte 2015 wurden in Berliner Schulen, Kitas und Sporthallen über 500 Legionellenbefunde registriert. Besonders in Treptow-Köpenick ist die Lage angespannt – dort wurden mehr als 80 Befunde in Kitas gemeldet. In Spandau sind seit 2018 in zehn Schulen erhöhte Legionellenwerte festgestellt worden, aber glücklicherweise ohne bekannte Erkrankungen. Duschverbote in Sporthallen sind nicht gerade die Lösung, die sich jeder wünscht, aber sie sind notwendig, wenn die Duschen betroffen sind.
Was sind Legionellen eigentlich?
Legionellen sind stäbchenförmige Bakterien, die in geringen Konzentrationen in Trinkwässern vorkommen. Sie sind nicht immer böse, das ist wichtig zu wissen. In geringer Zahl sind sie unproblematisch, aber bei Temperaturen zwischen 25 und 45 Grad können sie sich bestens vermehren. Das macht sie zu einem potenziellen Risiko für Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder Vorerkrankungen. Und ja, es sind vor allem ältere Menschen, die betroffen sind – 75 bis 80 Prozent der Fälle treten bei über 50-Jährigen auf.
Die häufigsten Erkrankungen, die durch Legionellen ausgelöst werden, sind die Legionärskrankheit, eine schwere Form der Lungenentzündung, und das Pontiac-Fieber, das grippeähnliche Symptome verursacht und meist ohne Behandlung vorübergeht. Infektionen geschehen in der Regel durch das Einatmen von kontaminiertem Wassernebel – beim Duschen zum Beispiel. Das Trinken von Legionellen-haltigem Wasser ist normalerweise nicht gefährlich, außer in seltenen Fällen, wenn das Wasser in die Luftröhre gelangt. Das Robert Koch-Institut (RKI) hat zur Aufklärung über Legionellen Ratgeber herausgegeben, die sich an Fachleute richten, aber auch für die breite Öffentlichkeit zugänglich sind.
Prävention und Überwachung
Öffentliche Einrichtungen stehen in der Pflicht, ihr Wasser regelmäßig auf Legionellen untersuchen zu lassen. Das Landesamt für Gesundheit und Soziales koordiniert diese Untersuchungen in Berlin. Ein Legionellenbefund führt nicht automatisch zur Schließung einer Einrichtung – die Maßnahmen hängen von der Höhe und Verteilung der Belastung ab. Um Legionellenwachstum zu vermeiden, sind regelmäßiger Wasseraustausch und gezielte Spülprogramme notwendig. Es wird empfohlen, alle Wasserentnahmestellen, auch die seltener genutzten, alle 72 Stunden zu nutzen oder zu spülen.
Das klingt nach viel Aufwand, aber es ist notwendig. Denn gerade Kinder sind gefährdet, wenn sie beim Duschen belastetes Wasser einatmen. Und die Legionellen sind nicht einfach nur ein Problem der großen, anonymen Wasserleitungen – sie können in jedem Trinkwassersystem lauern, in alten Rohren oder schlecht gewarteten Anlagen. Gut zu wissen ist, dass gesunde Menschen in der Regel ein sehr geringes Risiko haben, an Legionellose zu erkranken. Aber für diejenigen, die ein geschwächtes Immunsystem oder chronische Erkrankungen haben, kann der Kontakt zu Legionellen gefährlich werden.
Die aktuelle Situation in Berlin zeigt, wie wichtig es ist, aufmerksam zu sein und präventive Maßnahmen zu ergreifen. Legionellen sind zwar natürliche Bewohner von Wasser, aber sie sollten nicht zu einem Gesundheitsrisiko werden. Die regelmäßige Überwachung und die Einhaltung von Hygienevorgaben sind unerlässlich, um das Wohlbefinden der Berliner Bevölkerung zu sichern. Und das ist schließlich das, was wir alle wollen, nicht wahr?
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