Die lange Reise der Wiedergeburt: Sanierung des Pergamonmuseums beginnt
Das Pergamonmuseum, ein wahres Juwel der Berliner Museumsinsel und Teil des UNESCO-Weltkulturerbes, hat in den letzten Jahren eine aufregende, wenn auch herausfordernde Zeit erlebt. Seit Oktober 2023 ist das Museum wegen umfassender Sanierungsarbeiten völlig geschlossen. Die Sanierung, die sich über zwei Bauabschnitte erstreckt, hat ein gewaltiges Budget von 1,5 Milliarden Euro zur Folge. Ein stolzer Betrag, aber die Verantwortlichen versichern, dass diese Summe voraussichtlich nicht überschritten wird.
Die Vorfreude auf die Wiedereröffnung des Pergamonaltars ist groß! Geplant ist, dass der Altar, der als „Weltwunder der Antike“ gilt, im Juni 2027 wieder für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Der Saal, in dem der Altar steht, war seit 2014 nicht mehr betretbar. Die Arbeiten im Südflügel laufen nach Plan; Gerüste stehen, und die ersten Rohbauarbeiten im Inneren haben begonnen. Doch während die ersten Teile des Museums bald wieder erstrahlen, wird die vollständige Eröffnung erst für 2037 angestrebt – und das ist, ehrlich gesagt, noch eine ganze Weile hin.
Sanierung in vollem Gange
Die Sanierungsprojekte sind umfassend und zielen darauf ab, das Museum nicht nur wiederherzustellen, sondern auch zu modernisieren. Beleuchtung, Klimatisierung und Sicherheitsstandards werden auf den neuesten Stand gebracht. Ein tolles Plus: Das Museum wird barrierefrei zugänglich gemacht! Das ist ein wichtiger Schritt, um allen Besuchern die Schätze der Menschheitsgeschichte näherzubringen.
Ein Presserundgang am 4. Dezember 2023 gab bereits erste Einblicke in das Restaurierungsprojekt. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer bezeichnete das Museum als „Schatztruhe der Menschheitsgeschichte“. Und tatsächlich, die Sammlung vereint islamische Kunst und antike griechische Schätze auf beeindruckende Weise. Bei der Sanierung wird darauf geachtet, Kriegsschäden als Zeugnisse der Stadtgeschichte zu erhalten. Diese historische Schicht macht das Museum noch wertvoller.
Kosten und Herausforderungen
Die finanziellen Aspekte der Sanierung sind allerdings nicht ganz unkompliziert. Für den Bauabschnitt A wird ein um bis zu 5% höherer Mittelbedarf prognostiziert im Vergleich zu den 2017 genehmigten Kosten von 489 Millionen Euro. Eine belastbare Summe wird voraussichtlich Ende 2024 vorliegen. Zudem wurde die Kostenprognose für Bauabschnitt B um 27 Millionen Euro reduziert, was die genehmigten Kosten auf 722,4 Millionen Euro senkt. Insgesamt wurden bereits 295,6 Millionen Euro für Risiken und Preissteigerungen kalkuliert – und das kann sich ja bekanntlich schnell ändern.
Ein weiterer interessanter Punkt: Während der Arbeiten wurden zwei Pumpstationen der ursprünglichen Baustelle entdeckt, was unerwartete Kosten nach sich zog. Wer hätte gedacht, dass man beim Renovieren eines so alten Gebäudes auf solche Überraschungen stoßen könnte? Aber das gehört wohl dazu, wenn man ein Denkmal von solch historischem Wert erhält.
Ein Blick in die Zukunft
Die vollständige Eröffnung des Pergamonmuseums ist für 2037 geplant, und während die Sanierung voranschreitet, bleibt die Vorfreude auf die Wiedereröffnung ungebrochen. Teile des Museums werden bis 2037 oder gar 2043 geschlossen bleiben. Das ist eine lange Zeit, aber die Geduld wird sich lohnen. Schließlich wird der Pergamonaltar in einem neu gestalteten Raum präsentiert, der durch Glaselemente der Decke besser beleuchtet wird. Auch die Mschatta-Fassade und das Aleppo-Zimmer finden ihren neuen Platz in den frisch renovierten Räumen.
Die Sanierung des Pergamonmuseums ist nicht nur ein groß angelegtes Bauprojekt. Sie ist Teil eines größeren Denkmalschutzprogramms, in das die Bundesregierung seit 2009 bis 2025 rund 547 Millionen Euro investiert hat. Über 3.000 nationale Kulturdenkmäler wurden in dieser Zeit saniert. So wird nicht nur das Pergamonmuseum, sondern auch die kulturelle Identität Deutschlands bewahrt.
