Am Sonntag, dem 6. Oktober 2025, versammelten sich hunderte junge Menschen im James-Simon-Park in Berlin-Mitte, um einem ungewöhnlichen Trend zu folgen: dem gemeinschaftlichen Puddingessen mit Gabeln. Ausgerüstet mit Puddingbechern und Plastikgabeln, erlebten die Teilnehmer ein leichtes, befreiendes Event, das auf sozialen Medien, insbesondere TikTok, schnell an Popularität gewonnen hat. Der Trend, der von der Generation Z als neues Hobby gefeiert wird, hatte bereits in anderen Städten für ähnliche Zusammenkünfte gesorgt.

Die Idee, Pudding mit Gabeln zu essen, wurde durch einen Meme-Account aus Karlsruhe angestoßen, der im August eine Einladung zu einem solchen Event postete. Seitdem sind zahlreiche Videos auf TikTok veröffentlicht worden, die das Phänomen dokumentieren und die Teilnehmer animieren, ebenfalls Teil der Bewegung zu werden. Man kann sogar von einem neuen Phänomen sprechen, das Verbindungen schafft, insbesondere in einer Zeit, in der viele Jugendliche unter Einsamkeit leiden.

Pudding als Gemeinschaftserlebnis

Ähnliche Events fanden auch in anderen deutschen Städten statt, wobei in Hannover zuletzt etwa 1.000 Personen an einem solchen Treffen teilnahmen. Ein Sozial- und Jugendforscher beobachtete, dass die Jugend sich in einem Zustand dauerhafter Krisen befindet, und dass die Teilnahme an solchen Events einen Moment der Ablenkung bietet. Pudding fungiert hier nicht nur als Nahrungsmittel, sondern auch als soziales Bindemittel. Die Organisatorin eines Events in Hannover betonte, dass die Aktionen bewusst niedrigschwellig und kostengünstig gehalten werden, sodass viele Menschen die Möglichkeit erhalten, daran teilzunehmen.

Ein Teilnehmer eines der Events beschrieb es als „Hoffnungsschimmer“ in der aktuellen Weltlage. Solche Events bieten eine Plattform für Jugendliche, um in einer verwirrenden Zeit Gemeinschaft zu erleben und sich auszutauschen, was besonders in Anbetracht der belastenden Erfahrungen während der Corona-Pandemie von Bedeutung ist.

Soziale Medien als Katalysator

Wie die bpb hervorhebt, benutzen 95% der Jugendlichen das Internet täglich, wobei TikTok, Instagram und YouTube die beliebtesten Plattformen sind. Diese sozialen Medien bieten nicht nur Unterhaltung, sie helfen Jugendlichen auch bei der Identitätsbildung und dem Knüpfen sozialer Bindungen. Dabei ist die Teilnahme an Trends wie dem Puddingessen ein Ausdruck dieser Identitätsentwicklung.

Allerdings müssen auch die Gefahren, die mit sozialen Medien einhergehen, thematisiert werden. Mutproben und Trends können sowohl harmlose als auch riskante Aspekte enthalten. Während der Pudding-Trend als unbeschwerter Spaß gilt, zeigt die Erfahrung, dass klare digitale Bildung und ein verantwortungsvoller Umgang mit Inhalten für Jugendliche unerlässlich sind.

Insgesamt zeigt sich, dass Trends wie das „Pudding mit Gabel essen“ nicht nur eine neue Form der Freizeitgestaltung darstellen, sondern auch die soziale Isolation in der Generation Z bekämpfen können. Das Event im James-Simon-Park ist ein Beispiel für diese Bewegung, die Jugendlichen einen Raum für Begegnung und gemeinschaftliches Erleben bietet. Die vielschichtige Bedeutung solcher Aktionen wird in der Diskussion sicher weiterhin relevant bleiben.