Verkehrschaos in Prenzlauer Berg: Baustellenflut und Tram-Ausfälle sorgen für Frustration bei Pendlern
Die Berliner Verkehrssituation ist mal wieder ein heißes Thema. In Prenzlauer Berg gibt es aktuell eine regelrechte Baustellenflut, die den Alltag der Anwohner und Pendler empfindlich stört. Ab Montag, den 9. November, wird die Tramlinie M10 vorerst nicht durchgehend fahren. Ersatzbusse übernehmen die Verbindung zwischen der Danziger Straße und dem U-Bahnhof Naturkundemuseum. Doch es ist nicht nur die M10, die ausfällt – auch die M1 und M12 sind bereits unterbrochen. Das bedeutet, dass die letzte direkte Straßenbahnverbindung von Prenzlauer Berg nach Mitte oder zum Hauptbahnhof vorübergehend wegfällt.
Die BVG ist in dieser Hinsicht alles andere als beliebt. Ein anonym bleibender Busfahrer äußert sich frustriert über die Baustellen: „Die Straßen werden immer enger und ich sehe oft keine Arbeiten, die da stattfinden!“ Tatsächlich stehen die Ersatzbusse an der Kreuzung Eberswalder Straße/Schönhauser Allee zeitweise bis zu 15 Minuten im Stau, was für die Fahrgäste eine Geduldsprobe ist. Beatrix, eine betroffene Fahrgast, kann das nur bestätigen. Sie hat die U-Bahn als Alternative in Betracht gezogen, findet die jedoch morgens manchmal unzuverlässig.
Verkehrschaos in Prenzlauer Berg
Die Situation in Prenzlauer Berg ist angespannt, das dicht besiedelte Gründerzeitviertel ist stark auf den öffentlichen Verkehr angewiesen. Hartmut B., ein Anwohner, der in der Verkehrsbranche arbeitet, kann nicht mehr anders, als seinen Unmut zu äußern: „Langsam reicht es!“ Mit der M10, die früher eine direkte Verbindung zum Hackeschen Markt und zur Friedrichstraße bot, sind die Möglichkeiten jetzt stark eingeschränkt. Als ob das nicht schon genug wäre, sind auch auf der U-Bahn-Linie U2 und dem Ring weitere Sperrungen geplant.
Die Baustellen scheinen ein endloses Thema zu sein. Die Gleisbauarbeiten in der Kastanienallee setzen dem Verkehr zu. M1 und M12 fahren nicht zwischen Schwedter Straße und Fehrbelliner Straße sowie in der Zionskirchstraße. Für Hannah, die an der Humboldt-Universität studiert und in den Schönhauser Allee Arcaden arbeitet, bedeutet das, dass eine Strecke von normalerweise 20 Minuten plötzlich auf etwa 40 Minuten anwachsen kann. Ihre Sorgen um Verspätungen wachsen mit jeder neuen Baustellenmeldung.
Es ist nicht nur der Busfahrer, der sich über die chaotische Verkehrslage beschwert. Auch die Besucher Jay Jay und Ross aus London finden die Kreuzung Eberswalder Straße beim Fahren mit E-Rollern eher gefährlich. „Baustellen sind in London noch deutlich umfangreicher“, bemerken sie und fragen sich, ob die Berliner mit dieser Situation jemals klar kommen werden. In der Tat könnte man meinen, die Stadt versucht mit aller Macht, das öffentliche Verkehrsnetz lahmzulegen.
Die aktuellen Umstände stellen für viele eine Herausforderung dar und die Geduld der Pendler wird auf eine harte Probe gestellt. Die BVG hat viel zu tun, um die Situation zu entschärfen. Bis die Bauarbeiten abgeschlossen sind, bleibt den Betroffenen nichts anderes übrig, als sich mit den Unannehmlichkeiten abzufinden und irgendwie durch den Verkehr zu kommen.
