In Berlin-Pankow hat sich am Montagnachmittag ein Vorfall ereignet, der die Nachbarn nicht nur schockiert, sondern auch nachdenklich gemacht hat. Ein 15-jähriger Junge, dessen Lebensweg offensichtlich noch nicht die besten Entscheidungen hervorgebracht hat, hat eine 88-jährige Rentnerin bestohlen. Wer hätte gedacht, dass ein so unbedarfter Trickdieb als Enkel eines Nachbarn auftritt? Gegen 13 Uhr läutete er an der Tür der Frau in der Rolandstraße und bot seine Hilfe beim Fensterputzen an. Ein gut gemeinter, aber letztlich tragischer Fehler.

Die Rentnerin, freundlich und hilfsbereit, ließ den Jugendlichen in ihre Wohnung. Er wusste, wie man Ablenkung erzeugt. Mit einem langen Gespräch, das die alte Dame in seinen Bann zog, schaffte er es, unbemerkt ins Schlafzimmer zu gelangen, angeblich um dringend telefonieren zu müssen. Als die Dame nach ihm suchte, war er nicht nur verschwunden, sondern auch mit ihrer Brieftasche, die unglücklicherweise im Schlafzimmer lag.

Ein entscheidender Fehler

Die Polizei wurde schnell auf den Plan gerufen. Bei ihrer Ankunft stellte sich heraus, dass die Schuhe des Jugendlichen noch im Hausflur standen – ein kleiner, aber entscheidender Hinweis. So kam es, dass der Dieb, in einem Anflug von Unachtsamkeit, zurückkehrte, um seine vergessenen Schuhe abzuholen. Als die Polizei ihm die Tür öffnete, war der Schock für alle Beteiligten groß: Der Jugendliche wurde festgenommen und die entwendete Brieftasche, voll mit Bargeld, wieder der 88-Jährigen übergeben. Es ist fast schon ein wenig ironisch, dass ihm sein eigenes Missgeschick das Handwerk legte.

Nach dem Vorfall wurde seine Mutter benachrichtigt, und der Junge kam vorerst wieder auf freien Fuß. Die weiteren Ermittlungen liegen jetzt in den Händen eines Fachkommissariats für Trickdiebstähle beim Landeskriminalamt. Ein Fall, der zeigt, wie schnell es gehen kann – und wie wichtig es ist, wachsam zu sein.

Prävention ist alles

Um solche Vorfälle in Zukunft zu vermeiden, hat die Zentralstelle für Prävention des Landeskriminalamtes Berlin einen Türanhänger entwickelt. Mit dem Schriftzug „Ich lasse keine Fremden in die Wohnung“ soll dieser älteren Menschen helfen, sich der Gefahren bewusst zu werden. Trickdiebe sind oft sehr geschickt darin, Vertrauen zu erwecken. Einmal im Wohnraum des Opfers wird ein Diebstahl nämlich zum Kinderspiel.

Der Türanhänger wird von innen an die Wohnungstür gehängt und dient als Gedächtnisstütze – eine kleine, aber effektive Maßnahme, um die Sicherheit von Senioren zu erhöhen. Die Polizei verteilt diese Anhänger im Rahmen von Präventionsmaßnahmen zur Seniorensicherheit, und sie sind auch für Personen gedacht, die mit älteren Menschen in Kontakt stehen. Denn im Endeffekt ist es wichtig, dass wir gemeinsam aufpassen und ein Auge aufeinander haben. Schließlich kann jeder von uns einmal in die Situation geraten, dass man nicht mehr so gut aufpassen kann.