Heute ist der 30.03.2026. In den letzten Jahren hat sich in den Berliner Freibädern einiges getan, insbesondere seit der Einführung einer Ausweispflicht im Jahr 2023. Diese Regelung wurde als Sicherheitsmaßnahme ins Leben gerufen, um Vorfälle und Straftaten zu reduzieren, die in den Bädern häufig vorkamen. Seither müssen Badegäste ihren Personalausweis, Führerschein oder einen anderen Ausweis vorzeigen, um Zugang zu den Einrichtungen zu erhalten. Diese Maßnahme wurde insbesondere aufgrund von Tumulten durch Jugendliche eingeführt, die in der Vergangenheit immer wieder für Unruhe sorgten.
Die Umsetzung der Ausweispflicht geht Hand in Hand mit der Videoüberwachung in den Eingangsbereichen mehrerer Freibäder, unter anderem in Neukölln, Pankow, Kreuzberg und am Insulaner. Die Datenschutzbeauftragte von Berlin hat jedoch Bedenken hinsichtlich der Videoüberwachung geäußert und die Berliner Bäder-Betriebe verwarnt. Letztere wehren sich gegen diese Verwarnung vor Gericht, und das Verwaltungsgericht Berlin wird am 6. Mai 2026 den Fall prüfen. In der Freibadsaison 2023 wurde bereits ein Rückgang der Zwischenfälle beobachtet, was die Bäder-Betriebe als positiven Effekt der Ausweispflicht betrachten.
Statistische Entwicklungen und Sicherheitsmaßnahmen
Im Jahr 2025 wurde die Polizei zwischen dem 15. Mai und dem 7. September insgesamt 346 Mal zu Freibädern gerufen, was einen Anstieg im Vergleich zu 2024 darstellt, als es 295 Einsätze gab. In der Sommersaison 2025 wurden 181 Straftaten in Freibädern erfasst, darunter die häufigsten Delikte wie Diebstähle, insbesondere von Fahrrädern, sowie 46 Gewalttaten, die meist einfache Körperverletzungen betrafen. Schwerwiegende Taten wie Schlägereien oder Angriffe auf Wachleute traten dabei nicht auf.
Die Bäder-Betriebe berichten, dass seit der Einführung der Ausweispflicht die Anzahl der Zwischenfälle gesunken ist. In der Freibadsaison 2023 wurden 153 Hausverbote erteilt, hauptsächlich aufgrund von Verstößen gegen die Hausordnung und kleinere Diebstähle. Besonders an heißen Tagen gestaltet sich die Kontrolle dieser Hausverbote jedoch schwierig. Zudem kletterten 56 Besucher über Zäune, um sich den Eintritt zu sparen, wobei Pankow hier mit 26 Fällen an der Spitze liegt.
Ökonomische Aspekte und zukünftige Maßnahmen
Die Kosten für die Sicherheit in den Freibädern sind nicht unerheblich. Berliner Bäder-Betriebe geben jährlich zwischen 1,5 und 2 Millionen Euro für private Wachleute aus. An heißen Wochenenden sind bis zu 170 Wachleute im Einsatz, um für Sicherheit zu sorgen. Im Juli 2023 wurden beispielsweise im Kreuzberger Prinzenbad rund 90.000 Euro für Wachdienst ausgegeben, während das Freibad Pankow 65.000 Euro und das Sommerbad Neukölln etwa 50.000 Euro in einem einzigen Monat aufbrachten. Um die Sicherheit weiter zu erhöhen, wurde in den Sommerbädern Neukölln und Pankow eine Hilferuf-App eingeführt, die die Alarmierung der Wachleute mit Ortungstechnik ermöglicht.
Die Diskussion um die Ausweispflicht bleibt jedoch nicht ohne Kritik. Es gibt Stimmen, die anmerken, dass harmlose Familien oder Touristen oft abgewiesen werden, was zu einem negativen Image der Freibäder führen könnte. Dennoch hat die Innensenatorin Iris Spranger (SPD) angekündigt, dass die Maßnahmen auch 2024 fortgeführt werden. Ab Ende April 2024 wird die Ausweispflicht in allen Berliner Freibädern erneut gelten, um die Sicherheitslage weiter zu verbessern.
Insgesamt zeigt sich, dass die Freibäder in Berlin vor Herausforderungen stehen, die sowohl die Sicherheit als auch den Zugang betreffen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickeln wird und welche weiteren Maßnahmen ergriffen werden, um sowohl die Sicherheit der Badegäste zu gewährleisten als auch den Zugang zu erleichtern. Für weiterführende Informationen zu den Entwicklungen in den Berliner Freibädern können Sie die Quellen hier und hier nachlesen.