In Pankow, einem der lebendigsten Stadtteile Berlins, blüht eine ganz besondere Kunstform: Das Puppenspiel. Hier, im Theater Boka, erzählt Olivera Becker Geschichten, die tief in der menschlichen Seele verankert sind. Ihre Reise begann in den 1980er Jahren in Serbien, wo die Leidenschaft für das Puppenspiel entbrannte. Seit 1997 lebt sie in Berlin und hat sich in der Stadt einen Namen gemacht. Seit 2013 betreibt sie ihr eigenes Puppentheater, das nicht nur Kinderherzen höher schlagen lässt.

Das Theater Boka, das 2009 von Becker gegründet wurde, hat seinen Platz in der Wollankstraße 112 gefunden. Mit Platz für bis zu 50 Zuschauer bietet es ein kuscheliges Ambiente, das zum Verweilen und Staunen einlädt. Die Stücke, die hier aufgeführt werden, sind eine bunte Mischung aus bekannten Märchen und selbstgeschriebenen Eigenproduktionen. Ob „Schneewittchen“ neu interpretiert oder Geschichten, die ernste Themen wie Mobbing und Gruppenzwang ansprechen – hier wird das Puppenspiel zum Spiegel unserer Zeit. Sogar die Erwachsenen kommen nicht zu kurz; oft sind die Vorstellungen voller Lachen und Musik, die das Publikum zum Mitmachen animiert.

Ein Ort der Kreativität und Interaktion

In der hauseigenen Puppenwerkstatt des Theaters entstehen die Marionetten, die die Bühne zum Leben erwecken. Kinder haben die Möglichkeit, unter Anleitung eigene Puppen zu gestalten – eine kreative Auszeit, die nicht nur Spaß macht, sondern auch die Fantasie anregt. Außerdem gibt es eine kleine Spiele-Ecke, in der die Kleinen sich vor der Vorstellung beschäftigen können. Es ist ein Ort, an dem die Vorstellungskraft sprudelt und die Kinder zum Träumen eingeladen werden.

Die Herangehensweise von Becker an klassische Märchen ist erfrischend und modern. Indem sie alte Geschichten mit neuen pädagogischen Ansätzen verbindet, gelingt es ihr, wichtige gesellschaftliche Themen auf eine zugängliche Weise zu behandeln. „Schneewittchen“ etwa wird in einer Art präsentiert, die den Zuschauer zum Nachdenken anregt – die Stiefmutter wird als Analphabetin dargestellt. Solche mutigen Interpretationen sind nicht nur unterhaltsam, sie laden auch zur Reflexion über unser eigenes Verhalten ein.

Ein Teil der Berliner Puppenspiel-Tradition

Puppentheater hat in Berlin eine lange Tradition. Immer wieder wird es genutzt, um gesellschaftliche Realität kritisch zu reflektieren. In der Stadt gibt es zahlreiche Geschäfte, die Materialien für Marionetten anbieten, und das Puppenspielmuseum zeigt Tausende von Exponaten, die die Vielfalt und Geschichte dieser Kunstform dokumentieren. An Kunsthochschulen wird das Puppenspiel ebenfalls ernst genommen – hier gibt es sogar einen Lehrstuhl und ein vierjähriges Studium, das sich mit dieser speziellen Kunstform beschäftigt.

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Das Theater Boka ist also nicht nur ein Ort für Kinder, sondern ein kultureller Schatz für alle Generationen. Die Kombination aus Puppen- und Schauspiel, untermalt mit Musik und Witz, sorgt dafür, dass sich Jung und Alt gleichermaßen angesprochen fühlen. Und so wird das Puppenspiel in Pankow zu einem Erlebnis, das lange im Gedächtnis bleibt – ein bisschen wie ein guter Freund, den man immer wieder gerne trifft.