Pankow hebt ab: Windkraft als Wegbereiter für ökologische und finanzielle Erneuerung
Am 18. Juli 2026 ist die Aufregung in Pankow spürbar. Julia Schneider, Bundestagsabgeordnete, und Cordelia Koch, Bezirksbürgermeisterin, haben sich nicht scheuen lassen, auf ein Windrad an der brandenburgischen Grenze zu klettern. Für sie war es mehr als nur ein Ausflug – es war ein klares Zeichen der Unterstützung für den Bau weiterer Windräder in ihrem Bezirk. Pankow, der erste Bezirk Berlins, der Land an Windradbetreiber verpachtet, setzt damit einen mutigen Schritt in Richtung Erneuerbare Energien und will die Bezirkskasse aufbessern. Ein innovativer Ansatz, der nicht nur die Umwelt, sondern auch die Haushalte der Bürger in Pankow begünstigen könnte.
Sechs Windräder erzeugen derzeit in Pankow Ökostrom. Das erste wurde bereits 2008 eingeweiht und versorgt rechnerisch fast 10.000 Zwei-Personen-Haushalte. Die Zahlen sind beeindruckend – jährlich fließen bereits 65.000 Euro aus den Einnahmen von zwei Windrädern auf landeseigenen Flächen in die Kasse. Mit neuen Windrädern, die bis zu vier im Gewerbegebiet Buchholz-Nord umfassen könnten, peilt der Bezirk Einnahmen im sechsstelligen Bereich an. Hier wird nicht nur Strom erzeugt, sondern auch ein finanzieller Spielraum geschaffen, der möglicherweise in soziale Projekte investiert werden kann.
Die Pläne für die Zukunft
Der Plan umfasst auch die Übernahme des Baus und Betriebs der Windräder durch die Stadtwerke. Ein Ausschreibungsverfahren ist bereits in Vorbereitung. Naturschützer äußern jedoch Bedenken und lehnen Flächen in Landschaftsschutzgebieten oder Wäldern für Windräder ab. Hier trifft der Wunsch nach erneuerbarer Energie auf das Bedürfnis, die Natur zu bewahren. Es bleibt also spannend, wie die Entscheidung über weitere Windräder in Pankow bis 2027 ausfallen wird.
Ein Gesetz von 2022 verpflichtet die Bundesländer, Flächen für Windenergie auszuweisen. Für Berlin sind bis 2032 insgesamt 446 Hektar vorgesehen. Das bedeutet, dass Pankow nicht alleine dasteht – hier wird ein großes Ziel verfolgt. Die Bausenatsverwaltung hat bereits bis Ende 2027 geeignete Flächen festgelegt, und die Analysen für mögliche Standorte sind bereits 2024 durchgeführt worden. Pankow hat sich als Vorreiter positioniert und kann bereits jetzt bezirkseigene Flächen verpachten, ohne auf Senatsbeschlüsse warten zu müssen.
Ein neues Zeitalter für Erneuerbare Energien
Die Bundesregierung hat 2022 ein umfassendes Klimaschutz-Gesetzgebungspaket vorgelegt, das die Ausbauziele für erneuerbare Energien deutlich angehoben hat. Bis 2030 soll 80 % des in Deutschland verbrauchten Stroms aus erneuerbaren Energien stammen. Das Windenergieflächenbedarfsgesetz gibt den Bundesländern verbindliche Flächenziele, und Berlin muss bis Ende 2027 einen Anteil von 0,25 % und bis Ende 2032 insgesamt 0,5 % der Landesfläche als Windenergiegebiete ausweisen.
Doch nicht alles läuft reibungslos: Der NABU empfiehlt, mit dem Ausbau der Windkraft bis 2027 zu warten. Ein schmaler Grat zwischen Fortschritt und dem Schutz der Natur. Die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) steht ebenfalls an, da die aktuelle Regelung zum Jahresende ausläuft. Ein echter Wendepunkt, der sowohl Herausforderungen als auch Chancen mit sich bringt.
Die Entwicklung in Pankow könnte ein Modell für andere Bezirke und Städte in Deutschland werden. Wenn die Bürger in Windräder investieren können, entsteht eine Form der Bürgerwindenergie, die nicht nur den Geldbeutel der Bezirkskasse entlastet, sondern auch die Menschen direkt in die Energiewende einbindet. Die Zukunft der Windkraft in Berlin – sie hat gerade erst begonnen.
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