Kurt Vorkauf: Der vergessene Meister des DDR-Fußballs aus Pankow
In Pankow, wo die Straßen von Geschichte und Geschichten durchzogen sind, gibt es einen Namen, der im Fußball der DDR eine ganz besondere Rolle spielte: Kurt Vorkauf. Ein Trainer mit einer Karriere, die nicht nur Höhen, sondern auch einige Tiefen kannte. Geboren am 30. Mai 1898 in Halle (Saale) und verstorben am 4. Juli 1977 in Strausberg, war Vorkauf das, was man einen Urgestein des Ostdeutschen Fußballs nennen könnte.
Seine Reise begann in der Nachkriegszeit, und oh boy, das war alles andere als einfach. Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm er die Zügel in die Hand und startete seine Trainerlaufbahn bei den Jugendfußballern der ZSG Halle. Bereits 1949 konnte er mit ihnen den Titel des Ostzonen-Juniorenmeisters und Pokalsiegers erringen. Wer hätte gedacht, dass dieser Mann einmal die Geschicke so vieler Vereine leiten würde? Ein paar Jahre später, im Jahr 1950, feierte er mit Stahl Thale den Gewinn des DDR-Fußballs, und 1954 wurde er sogar mit Vorwärts Berlin DDR-Pokalsieger. Was für eine Karriere!
Die Zeit in Pankow und darüber hinaus
Kurt Vorkaups Engagement bei Einheit Pankow, wo er von 1951 bis November 1952 Trainer war, war eine turbulente Zeit. Die Mannschaft konnte in der Saison 1951/52 nicht vor dem Abstieg gerettet werden, was sicherlich nicht leicht für ihn war. Am 14. September 1952 stand Vorkauf mit Einheit Pankow im Finale um den DDR-Fußballpokal – leider verloren sie mit 0:3 gegen die SG VP Dresden. Ein bitterer Moment für den Trainer, aber das Leben geht weiter, nicht wahr?
Nach dieser Episode wechselte er zur zentralen Sportschule der paramilitärischen Sportvereinigung Vorwärts in Potsdam. Im Juni 1953 übernahm er dann die Mannschaft SV Vorwärts KVP Berlin in der zweitklassigen DDR-Liga. Hier zeigte Vorkauf, was in ihm steckte: Er führte die Mannschaft zum sofortigen Wiederaufstieg und krönte dies 1954 mit dem DDR-Pokalsieg, als sie Motor Zwickau mit 2:1 besiegten. Ein schöner Erfolg, der ihm sicher ein paar glückliche Momente bescherte.
Statistiken und Erfolge
Seine Bilanz als Trainer ist nicht zu vernachlässigen. In seinen 50 Spielen als Trainer der Mannschaften, die er leitete, gab es 10 Unentschieden und 7 Niederlagen. Mit insgesamt 33 erzielten Toren und 67 Punkten, was einem Punkte pro Spiel (PPS) von 0,74 entspricht, zeigt sich, dass er nicht nur ein Trainer war, sondern auch ein Stratege, der wusste, wie man das Spiel liest. Man könnte fast sagen, dass er ein wenig Magie in seine Taktiken legte.
Er war auch ein wichtiger Bestandteil des Trainerrats der Fußballnationalmannschaft der DDR von 1953 bis 1955. Am 11. Mai 1955 war er Trainer einer Gesamtberliner Fußballauswahl, die gegen Prag spielte und das Spiel mit 1:0 gewann. Ein schöner Sieg, der ihm sicherlich ein Gefühl der Erfüllung gab. Und das ist noch nicht alles: Ende Januar 1954 erhielt er die staatliche Auszeichnung „Verdienter Meister des Sports“ von Walter Ulbricht – ein wohlverdientes Lob für seine Beiträge zum Fußballsport.
Die Geschichte von Kurt Vorkauf ist nicht nur die eines Trainers, sondern auch die einer Ära im deutschen Fußball. Seine Erfolge und Misserfolge sind Teil einer reichen Tradition, die noch heute in Pankow und darüber hinaus nachhallt. Wer weiß, welche Geschichten noch auf den Straßen von Berlin schlummern, ebenso wie die Erinnerungen an einen Mann, der den Fußball in der DDR prägte.
