Heute ist der 5.07.2026 und ich sitze hier in Pankow, während die Sonne auf die Berliner Bäder scheint und die ersten Schwimmer sich in die kühlen Fluten stürzen. Doch hinter den fröhlichen Gesichtern und dem plätschernden Wasser brodelt ein Thema, das uns alle angeht: die Sicherheit in unseren Schwimmbädern. Die Berliner Bäderbetriebe haben sich etwas einfallen lassen, um Badeunfälle künftig schneller zu erkennen. Ein Pilotprojekt mit Künstlicher Intelligenz steht in den Startlöchern, wie Bäder-Chef Johannes Kleinsorg im RBB-Inforadio angekündigt hat. Das klingt auf den ersten Blick nach Science-Fiction, aber die Realität hat uns längst eingeholt.

Die genauen Details, wo und wann das Projekt konkret starten wird, sind zwar noch geheim, aber die Idee ist vielversprechend. In anderen Städten wie Osnabrück oder Köln sind solche Technologien bereits im Einsatz. Im Nettebad beispielsweise überwachen Kameras die Bewegungen im Wasser und werten diese in Echtzeit aus. Wenn die KI eine potenzielle Notlage erkennt, schlägt sie Alarm und gibt dem Badpersonal eine präzise Ortsangabe. Laut den Stadtwerken Osnabrück hat diese Technik bereits ein Leben gerettet – das macht nachdenklich!

Badeunfälle und die Rolle der KI

Doch es gibt nicht nur gute Nachrichten. Die DLRG hat alarmierende Zahlen veröffentlicht: 393 Ertrunkene gab es im Jahr 2025, darunter 73 junge Menschen im Alter von 11 bis 30 Jahren. Diese Zunahme im Vergleich zu 2024 zeigt, dass wir dringend handeln müssen. Besonders gefährdet sind männliche Jugendliche und junge Männer. Das Mangel an Personal und Schwimmkursen in Schulen wird als eine der Ursachen für diese hohen Zahlen genannt. Es ist erschreckend, dass viele Kinder die Grundschule ohne die Fähigkeit verlassen, schwimmen zu können.

Ein Blick auf die Freibäder in NRW zeigt, dass man versucht, dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Im Westfalenbad in Hagen dürfen unter 14-Jährige nur mit einem Bronze-Schwimmabzeichen ohne Begleitung ins Wasser. Ähnlich wie in Berlin werden auch hier KI-Technologien eingesetzt, um Badegäste besser zu schützen. Im Freibad Adendorf etwa gibt es 19 Kameras, die das Becken überwachen und Alarm schlagen, wenn sich ein Badegast länger als 15 Sekunden nicht bewegt. Das hat schon dazu geführt, dass ein Mädchen im Vitusbad in Everswinkel rechtzeitig gerettet wurde. Die Installation dieser Technik war zwar teuer – rund 140.000 Euro – aber das Leben eines Kindes ist unbezahlbar.

Investitionen für die Sicherheit

In Berlin fließen bis 2030 rund 600 Millionen Euro in die Sanierung und Modernisierung der Bäder. Ein Drittel davon kommt aus dem Klimapakt des Landes, während weitere 50 Millionen Euro aus einem Sondervermögen bereitgestellt werden. Das ist ein ordentliches Sümmchen, das da in die Hand genommen wird, um unsere Schwimmbäder zukunftssicher zu machen. Die Technik der israelischen Firma Lynxight, die in mehr als 1.000 Schwimmbecken weltweit eingesetzt wird, hat das Potenzial, die Sicherheit in unseren Bädern erheblich zu erhöhen. Die Bilddaten werden dabei nur in Echtzeit verarbeitet, was Datenschutzbedenken zumindest teilweise entkräftet.

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Aber – und das ist wichtig zu betonen – die menschliche Aufsicht kann diese technischen Systeme nicht ersetzen. Insbesondere kleine Nichtschwimmer brauchen aufmerksame Begleiter. Neun von zehn tödlichen Unfällen passieren in unbewachten Gewässern, nicht in Schwimmbädern. Das zeigt uns, wie wichtig auch hier die Aufklärung und die Sensibilisierung der Badegäste sind. Die Initiative der Berliner Bäderbetriebe ist ein kleiner, aber wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Doch wir dürfen nicht nachlassen und müssen gemeinsam dafür sorgen, dass unsere Schwimmer – ob jung oder alt – sicher im Wasser sind.

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