Heute ist der 22.05.2026 und während ich hier in Pankow sitze, denke ich an die beeindruckende Rolle, die Jordanien in der Region spielt. Es ist wie ein stabiler Fels in der Brandung, der Geflüchtete aus Krisenländern aufnimmt und ihnen eine neue Perspektive bietet. Bundesentwicklungsministerin Alabali Radovan hat das kürzlich treffend als „Stabilitätsanker“ beschrieben. Das verdient nicht nur Respekt, sondern auch große Dankbarkeit und Solidarität. Gerade die junge Generation in Jordanien steht dabei im Fokus – ihre Zukunft ist auch unsere Verantwortung.
Die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Jordanien wird durch verschiedene Initiativen gestärkt. Ein Paradebeispiel ist die Partnerschaft mit Kronprinz Hussein, die darauf abzielt, in berufliche Bildung, Unternehmertum und Fachkräftemobilität zu investieren. Gut ausgebildete Fachkräfte aus Jordanien sind nicht nur für das eigene Land wichtig, sondern auch für deutsche Unternehmen. In diesem Kontext arbeitet das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) schon seit Jahrzehnten eng mit Jordanien zusammen, insbesondere im Bereich der beruflichen Bildung.
Berufliche Bildung als Schlüssel zur Zukunft
Ein gemeinsames Programm mit der Crown Prince Foundation und der Hussein Technical University hat das Ziel, das „College of Advanced Technical and Vocational Training“ (CAVT) aufzubauen. Hier werden moderne, arbeitsmarktorientierte Curricula entwickelt und Unternehmen frühzeitig eingebunden. Das Berufsbildungssystem soll jungen Menschen in Jordanien Jobchancen eröffnen und die Fachkräftemobilität nach Deutschland fördern. Ein schönes Beispiel für praxisnahe Ausbildung findet sich im ABB Ausbildungszentrum in Pankow, wo Themen wie Digitalisierung, Robotik und Automatisierung im Fokus stehen.
Besonders spannend ist auch das Programm „Girlsatec“, das darauf abzielt, mehr junge Frauen für technische Berufe zu gewinnen – ein Thema, das auch in Jordanien an Bedeutung gewinnt. Denn die Integration von Mädchen und Frauen in ländlichen Regionen ist ein entscheidender Schritt, um Geschlechtergerechtigkeit in der beruflichen Bildung zu erreichen.
Internationale Partnerschaften für berufliche Bildung
Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), die KfW Entwicklungsbank und sequa gGmbH sind wichtige Akteure, die mit dem BMZ zusammenarbeiten. In der Phase II eines Vorhabens wird die Unterstützung jordanischer Bildungsanbieter bei arbeitsmarktorientierter beruflicher Bildung bis 2026 fortgeführt. Hierbei steht die Verbesserung des Berufsbildungssystems im Vordergrund, insbesondere in Bezug auf Steuerung, Arbeitsmarktrelevanz und ökologische Nachhaltigkeit.
Ein weiteres Vorhaben, das bis 2024 läuft, konzentriert sich auf die beschäftigungsorientierte Qualifizierung im Handwerk. Ziel ist es, die Beschäftigungschancen für junge Jordanier*innen und syrische Geflüchtete zu verbessern. Hier arbeiten das jordanische Arbeitsministerium und private Akteure zusammen, um die Qualität der Berufsausbildung zu steigern. Es ist beeindruckend zu sehen, wie sich die Dinge entwickeln und wie wichtig die Schnittstellen zwischen beruflicher Bildung und Hochschulsystem werden.
Die KfW Entwicklungsbank fördert die berufliche Bildung in Jordanien und plant den Bau einer neuen Berufsschule auf dem CAVT-Campus. Diese Maßnahme zielt darauf ab, die Attraktivität der beruflichen Ausbildung zu erhöhen und die Ausbildungsgänge in öffentlichen Berufsschulen zu modernisieren. Das alles geschieht, um den Reformprozess im Berufsbildungssektor voranzutreiben.
Schließlich ist die sequa gGmbH auch dabei, unterstützende Programme für junge Menschen aus Jordanien zu entwickeln, die handwerkliche Berufe in Deutschland erlernen möchten. Eine spannende Herausforderung, die nicht nur neue Perspektiven eröffnet, sondern auch den interkulturellen Austausch fördert. Die Schaffung von Grundlagen für sichere und reguläre Ausbildungs- und Arbeitsmigration ist ein weiterer Schritt, um die Brücke zwischen den Ländern zu schlagen.