Heute ist der 30.05.2026 und während Berlin langsam in den Sommer hineinblüht, gibt es in Pankow einen ganz besonderen Ort, der die Sinne verzaubert: den Kleingarten von Susann Pophal. Diese Agrarwissenschaftlerin hat eine bemerkenswerte Abneigung gegen den Begriff „Unkraut“ – und das aus gutem Grund. In ihrem Garten wächst eine Fülle von Pflanzen, die in der modernen Küche oft als das abgetan werden, was sie nicht sind. Hier wird Giersch nicht einfach nur als lästiges „Unkraut“ betrachtet, sondern als gesundes, schmackhaftes Wildgemüse, das in Salaten, Suppen und sogar als gedünstetes Gemüse glänzen kann.

In der Tat, der botanische Name für diesen Überlebenskünstler ist Aegopodium podagraria L. und er gehört zur Familie der Apiaceae. Giersch, der in vielen europäischen Regionen verbreitet ist, wird mittlerweile wiederentdeckt und erfreut sich wachsender Beliebtheit in der modernen Wildkräuterküche. Seine Blüten, die von Juni bis August in einem zarten Weiß erstrahlen, und die frischen Blätter bringen nicht nur Farbe auf den Teller, sondern auch eine Vielzahl an Vitaminen und Mineralstoffen.

Ein Garten voller Schätze

Pophal und ihr Partner haben es sich zur Aufgabe gemacht, ihren Garten am „Langen Tag der Stadtnatur“ für Besucher zu öffnen. Hier gibt es nicht nur Giersch, sondern auch andere spannende Kräuter wie Schafgarbe und Mädesüß. Letzteres nutzt Pophal beispielsweise für einen schmerzlindernden Tee – eine kleine, aber feine Apotheke im eigenen Garten. Und das Beste? Ihr Garten deckt im Sommer bis zu 70 Prozent ihres Lebensmittelbedarfs. Das ist nicht nur nachhaltig, sondern auch unglaublich befriedigend.

Doch Pophal geht noch einen Schritt weiter. Sie experimentiert mit Färberpflanzen wie Braunelle, Strohblume und Färberwaid – eine kreative Art, die Natur auch für die Textilfärbung zu nutzen. Mit Hinweisschildern im Garten möchte sie die Besucher auf essbare Pflanzen aufmerksam machen und betont die Wichtigkeit von Führungen oder Studien zur sicheren Bestimmung von Pflanzen. Schließlich soll niemand mit den falschen Kräutern nach Hause gehen. Bei Pilzen hingegen hält sie sich zurück – ganz ehrlich, da fehlt ihr einfach die Erfahrung.

Ein Blick auf die Vielfalt der Natur

Der Giersch, so scheint es, hat es in sich. Er wird nicht nur als schmackhaftes Gemüse geschätzt, sondern auch in der Volksheilkunde verwendet. Gequetschtes Kraut soll bei Rheuma, Gicht und sogar Insektenstichen helfen – ein echtes Multitalent! Und das Beste daran? Die Anbauweise ist simpel: Giersch kann in Beeten, Kübeln oder Kästen gezogen werden. Für alle, die im Urban Gardening aktiv sind, ist er eine perfekte Wahl. Ein kleiner Hinweis am Rande: Wer die Pflanze im großen Topf kultiviert, kann das Wuchern gut kontrollieren.

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So wird der Garten von Susann Pophal zu einem Ort der Entdeckung, der nicht nur den Gaumen erfreut, sondern auch das Bewusstsein für die natürlichen Schätze schärft, die um uns herum wachsen. Hier wird klar: Die Natur hat so viel zu bieten, wenn wir nur bereit sind, hinzusehen und Neues auszuprobieren. Und vielleicht, nur vielleicht, entdeckt der eine oder andere Besucher beim nächsten Spaziergang durch Pankow, dass das vermeintliche „Unkraut“ mehr ist als nur ein Lückenfüller im Beet.