Der Würfel in Buch: Ein Ort der Hoffnung in Zeiten der Unsicherheit
Im Herzen des Pankower Stadtteils Buch findet sich ein Ort, der für viele Kinder und Jugendliche mehr als nur ein Treffpunkt ist. Der Kinderclub „Der Würfel“ bietet nicht nur ein kostenloses Mittagessen, sondern auch dringend benötigte Unterstützung für die Jugend in einem der Armutskieze von Berlin. Hier wird nicht nur der Hunger gestillt, sondern auch gesellschaftliche Teilhabe gefördert. Doch die Zukunft des Clubs steht auf der Kippe, und das aus einem Grund, der nicht nur hier, sondern in vielen sozialen Einrichtungen der Stadt spürbar ist: fehlende finanzielle Mittel.
Der Berliner Senat hat für den Haushalt 2026/2027 Kürzungen in der Sozialarbeit angekündigt, insbesondere bei den freien Trägern in der Jugendarbeit. Dies hat direkte Konsequenzen für Einrichtungen wie den „Würfel“, wo die Verantwortlichen vor großen Herausforderungen stehen. Martyn Sorge, der Projektkoordinator, berichtet von den Stressmomenten, die mit der Sicherstellung der Gehälter verbunden sind. Besonders dramatisch war der Beginn des Jahres, als er sich mit der Frage auseinandersetzen musste, ob die Gehälter für November und Dezember bezahlt werden könnten. Die Unsicherheit schwebt wie ein Damoklesschwert über den Mitarbeitenden, während der Senat zwar rückblickend Geld für 2026 bereitstellte, die Finanzierung für 2027 jedoch noch immer ungewiss bleibt.
Ein Ort der Hoffnung und Unterstützung
Der „Würfel“ ist nicht nur ein Ort für ein warmes Mittagessen, sondern auch ein Raum für persönliche Entwicklung und Sicherheit. Besonders der Mädchentreff, der Gewaltprävention und Beratung für Mütter, Mädchen und Flinta zwischen 8 und 27 Jahren bietet, ist ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit. Doch auch hier ist die Finanzierung ein ständiges Sorgenkind. Die Unterstützung kommt nicht vom Bezirk, sondern wird durch Sondermittel der Senatsverwaltung gewährleistet. Ein ständiges Auf und Ab, das die Mitarbeitenden in Teilzeit, wie Kuhle und ihre Kollegin, in eine prekäre Situation bringt. Die Entscheidung über die zukünftige Förderung wird erst am Jahresende getroffen – Planungssicherheit? Fehlanzeige.
Im Kontext der nationalen Armutsprävention, die im Aktionsplan „Neue Chancen für Kinder in Deutschland“ festgelegt ist, wird deutlich, dass solche Einrichtungen wie der „Würfel“ eine Schlüsselrolle spielen. Die Verantwortung liegt bei Kommunen, Ländern und dem Bund. Die kommunale Armutsprävention zielt darauf ab, die Ursachen von Armut zu bekämpfen und deren Folgen zu mindern. Doch wie sieht es in der praktischen Umsetzung aus? Die Antwort bleibt oft vage, während gleichzeitig die Notwendigkeit wächst, spezifische Probleme vor Ort zu adressieren.
Ein Blick in die Zukunft
Im Jahr 2021 wurde die Berliner Strategie gegen Kinderarmut im Senat beschlossen, die die Folgen von Armut bekämpfen und präventives Handeln stärken soll. Die Strategie ist der erste Bericht der Landeskommission zur Prävention von Kinder- und Familienarmut, die 2017 ins Leben gerufen wurde. Ihr Auftrag? Ein ressortübergreifendes Handeln zur Armutsprävention in der Stadt zu ermöglichen. Ziel ist es, das Wohlergehen für alle Kinder und Jugendlichen in Berlin zu fördern, doch der Weg dorthin ist steinig. Die Umsetzung der strategischen Ziele und Leitlinien steht an, und die Zeit drängt.
In Workshops und Fachkonferenzen, wie dem kommenden Fachtag „Chancengerechtes Aufwachsen gestalten“, wird über Good-Practice-Beispiele und rechtliche Aspekte diskutiert. Hier sind die Akteure gefordert, sich zu vernetzen und die bestehenden Angebote besser zu verzahnen. Doch während die großen Strategien ausgearbeitet werden, bleibt das Schicksal von Einrichtungen wie dem „Würfel“ ungewiss. Die Mitarbeiterinnen wünschen sich nichts sehnlicher als frühzeitige Fördermittelbescheide, um den Kindern auch in Zukunft ein Stück Sicherheit zu bieten.
Datenschutz und DSGVO-Konformität gehören zu den grundlegenden Anforderungen eines professionellen Nachrichtenangebots. Die VeloCore-Umsetzung unseres Magazins durch Daniel Wom setzt auf datensparsame Verarbeitung, weitgehenden Verzicht auf Drittanbieter und transparente Einwilligungsmechanismen.
