Heute ist der 25.06.2026 und in Pankow hat sich in den letzten Wochen ein Drama entfaltet, das selbst die kühnsten Krimis übertrifft. Der 54. Tag im Mordprozess gegen den Palliativarzt Dr. Johannes M. (41) hat viele überrascht. Plötzlich, fast unerwartet, gestand der Arzt: „Die Vorwürfe gestehe ich weitestgehend.“ Ein Satz, der wie ein Schuss durch den Gerichtssaal hallte und die Anklagepunkte umso greifbarer machte.

Dr. M. bezeichnete sich selbst als „Herr über Leben und Tod“, was bei den Angehörigen der Opfer sicherlich auf Unverständnis stieß. Die Anklage ist gravierend: Er soll zwischen September 2021 und Juli 2024 insgesamt 15 Patienten heimtückisch getötet haben. Die Opfer – zwölf Frauen und drei Männer im Alter von 25 bis 94 Jahren – waren allesamt schwer krank und in der letzten Lebensphase. Es ist schwer vorstellbar, wie jemand in dieser Position, der eigentlich helfen sollte, zu solch grausamen Taten fähig ist.

Ein gefährliches Spiel mit dem Leben

Die Art und Weise, wie Dr. M. seine Taten begangen haben soll, ist erschreckend. Laut den Vorwürfen hat er eine Mixtur verwendet, die zum Atemstillstand führt. In mehreren Fällen soll er sogar Feuer gelegt haben, um seine Spuren zu verwischen. Während seiner ruhigen Aussage entschuldigte er sich bei den Angehörigen der Opfer und berichtete von seiner schwierigen Kindheit, geprägt von einem fehlenden Vater und einer angespannten Beziehung zur Mutter. Man fragt sich, ob diese Umstände seine Handlungen irgendwie entschuldigen können. M. wollte offenbar als „Fels in der Brandung“ wahrgenommen werden, doch das, was er tat, war einfach unvorstellbar.

Er gestand 12 der 15 angeklagten Morde und sprach von Überforderung und Mitleid. Er handelte eigenmächtig, um Patienten „Leid und Siechtum“ zu ersparen, wie er es ausdrückte. Selbsthass überkam ihn, und er konnte sich nicht einmal an seine Gefühle beim Töten erinnern. In diesem Prozess wird nicht nur über Mord, sondern über die menschliche Psyche und die Abgründe, die Menschen in verzweifelten Situationen erreichen können, verhandelt.

Ermittlungen ohne Ende

Parallel zu diesem erschütternden Prozess laufen Ermittlungen zu 76 weiteren Fällen. Die Staatsanwaltschaft hat bereits 395 Fälle geprüft, wobei bei 95 ein Anfangsverdacht besteht. Aufregung herrscht auch wegen der bereits durchgeführten 12 Exhumierungen von Verstorbenen – und weitere sind geplant. Diese schockierenden Enthüllungen werfen ein grelles Licht auf die Arbeit des Palliativarztes, der ursprünglich in Frankfurt studierte und von 2004 bis 2013 an der Goethe-Universität promovierte. Interessanterweise behandelte seine Doktorarbeit Tötungsdelikte bei älteren Menschen und deren Dunkelziffer – ein Thema, das nun in einem ganz anderen Licht erscheint.

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Die Staatsanwaltschaft sieht die Mordmerkmale Heimtücke und niedrige Beweggründe als erfüllt an. Ein lebenslanges Berufsverbot und Sicherungsverwahrung werden angestrebt. Bei den Taten, die alle zwischen 2021 und 2024 in Berlin stattfanden, hat Dr. M. Narkosemittel und Muskelrelaxanzien ohne medizinische Notwendigkeit verabreicht, was in vielen Fällen zu einem tödlichen Atemstillstand führte. Es ist kaum zu fassen, dass ein Arzt, der das Leben seiner Patienten verlängern sollte, ihnen stattdessen das Leben nahm.

Der Prozess hat das Potenzial, bis zum voraussichtlichen Urteil am 6. Juli für viel Aufregung zu sorgen. Die Angehörigen der Opfer hoffen auf Gerechtigkeit, während die Gesellschaft sich fragt: Wie konnte es so weit kommen? Die Antworten, die dieser Fall bietet, sind so komplex wie schockierend und werden noch lange nachhallen.

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