Im Jahn-Sportpark in Prenzlauer Berg wurde erneut ein alarmierender Asbestfund entdeckt. Alexander Puell von der Bürgerinitiative Jahn-Sportpark informierte darüber am Montag und stellte fest, dass die Anwohner über diesen Fund nicht in Kenntnis gesetzt wurden. Die gefährlichen Asbestfasern wurden in Brandschutzplatten des östlichen Tribünengebäudes gefunden. Das Material ist bereits seit vergangener Woche verpackt und wartet auf seinen Abtransport.
Der Abtransport des Asbests wird erst erfolgen, wenn die Sonderabfallgesellschaft Berlin/Brandenburg (SBB) eine geeignete Deponie zuweist. Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass bereits im Frühjahr 2025 beim Rückbau des alten Stadions Asbest entdeckt wurde, dessen Entsorgung sich über Monate hinzog. Anwohner äußerten ihre Besorgnis über die lange Lagerung des Asbests auf dem Gelände. Der Senat betonte jedoch, dass es keine Vermischung mit Bauschutt gibt, was die Verpackung des Materials beschleunigte. Zudem wurde ein Sicherheitskonzept in Abstimmung mit dem Landesamt für Arbeitsschutz erneut angewendet. Die Senatsverwaltung sichert zu, dass für Anwohner zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr bestand und besteht.
Entsorgungskosten und Ausblick
Die Entsorgungskosten für den aktuellen Asbestfund sind noch unklar, während die Kosten für den Fund von 2025 bei rund 1,5 Millionen Euro lagen. Der Abtransport des Asbests wird in wenigen Wochen erwartet, und die Anwohner hoffen auf eine schnelle Klärung und eine sichere Lösung.
Asbest in der Umwelt
Asbest bleibt ein relevantes Thema, nicht nur im Jahn-Sportpark. Laut dem Umweltbundesamt ist Asbest weiterhin in der Umwelt, in Wohnumfeldern und Haushalten vorhanden, da es vor dem Verbot in langlebigen Bauprodukten verwendet wurde. Es wird zwischen schwach und fest gebundenem Asbest unterschieden. Während früher schwach gebundener Asbest als gefährlicher galt, kann auch aus fest gebundenen Produkten beim Bearbeiten Asbestfaser freigesetzt werden.
Zu den problematischen Produkten zählen Spritzasbest, der durch Erschütterung und Alterung leicht Fasern freisetzen kann. In den 1980er und 1990er Jahren wurden zahlreiche öffentliche und Verwaltungsgebäude mit schwach gebundenem Asbest saniert. Fest gebundene Asbestprodukte wie Asbestzementplatten haben hingegen in der Regel eine Dichte von über 1.400 kg/m³ und sind bei normaler Nutzung nicht gesundheitsschädlich, solange sie intakt sind. Kritisch wird es nur bei unsachgemäßer Bearbeitung dieser Materialien, die zu einer Freisetzung gefährlicher Fasermengen führen kann.
Die Situation im Jahn-Sportpark ist ein weiteres Beispiel dafür, wie wichtig Aufklärung und Transparenz in Bezug auf Asbest sind. Die Anwohner verdienen es, informiert und geschützt zu werden, während die Behörden weiterhin für die sichere Entsorgung der gefährlichen Materialien sorgen müssen.