Heute ist der 20.04.2026 und die Sorgen der Anwohner in Neukölln sind so groß wie eh und je. Die Rattenplage, die sich vor allem im Reuterplatz ausbreitet, sorgt für frustrierte Gesichter und besorgte Stimmen. Jochen Biedermann, der Grünen-Stadtrat, hat genug von den immer wiederkehrenden Misserfolgen bei der Bekämpfung dieser ungeliebten Nager. Besonders schmerzlich ist für ihn, dass radikale Tierschützer den Kampf gegen die Ratten sabotieren. Indem sie absperrende Maßnahmen wie Schlösser verkleben und Giftköder stehlen oder zerstören, stellen sie sich gegen die Bemühungen der Stadt.

Die Situation ist ernst. Ratten sind nicht nur ein ästhetisches Problem, sie können auch über 100 Infektionen übertragen, darunter Hepatitis, Tuberkulose und sogar Cholera. Die Anwohner fordern lautstark mehr Maßnahmen gegen die Tierschützer, die den Ratten Schutz gewähren. Der Schädlingsbekämpfer Johannes Vahl erklärt, wie die Bekämpfung funktioniert: Ratten fressen von einem mit Giftstoffen versetzten Getreideblock und sterben innerlich. Doch bei der letzten Bekämpfungsaktion wurden alle Köder unbrauchbar gemacht – ein weiterer Rückschlag im Kampf gegen die Plage.

Ermittlungen ohne Ergebnis

Die Polizei hat ihre Ermittlungen aufgenommen, doch bisher ohne nennenswerten Erfolg. Die Frustration unter den Anwohnern wächst. Der vierte Bekämpfungsversuch hat die Stadt über 5000 Euro gekostet – Geld, das Biedermann lieber für Spielgeräte ausgeben würde, um den Kindern des Viertels einen sicheren Platz zum Spielen zu bieten. Um dem Problem Herr zu werden, wird nun überlegt, den befallenen Bereich mit Kameras zu überwachen oder einen 24/7 Wachschutz einzusetzen.

Die Appelle an die Öffentlichkeit, kein Vogelfutter auf den Boden zu streuen und keinen Müll liegen zu lassen, werden lauter. Es ist klar, dass die Verantwortung nicht nur bei den Behörden liegt, sondern auch bei jedem Einzelnen, der in dieser lebhaften und bunten Nachbarschaft lebt. Nur gemeinsam kann es gelingen, das Rattenproblem in den Griff zu bekommen und die Lebensqualität in Neukölln zu verbessern.