Neukölln trauert um ein Stück seines Herzens – das geliebte Café „180 Grad“ schließt am Pfingstsonntag, dem 24. Mai 2026, nach fünf Jahren. Betreiberin Sarah Klausen, die das Café 2021 am Eingang des Tempelhofer Feldes eröffnet hat, hat in einem emotionalen Instagram-Post ihre schweren Entscheidungen bekannt gegeben. „Es ist ein Stück Leben, das wir hier verloren haben“, schreibt sie und reflektiert über die Höhen und Tiefen der letzten fünf Jahre. Was für viele Gäste einfach ein Ort für ein Stück Kuchen und ein gutes Gespräch war, war für sie ein Zuhause auf Zeit.

Das Café, bekannt für seine köstlichen Törtchen und Kuchen, war vor allem am Wochenende ein beliebter Anlaufpunkt. Regelmäßig sah man die Tische voll besetzt mit fröhlichen Gesichtern, die sich über die neuesten Geschichten austauschten oder einfach nur die Atmosphäre genossen. Doch wie so oft in der Gastronomie, gab es auch hier Herausforderungen. Sarah erwähnt in ihrem Post, dass die steigenden Preise für Zutaten, die hohen Mieten und ein verändertes Konsumverhalten der Berliner möglicherweise zu dieser schweren Entscheidung beigetragen haben.

Gemeinschaft in Trauer

Der Schillerkiez zeigt sich betroffen. Stammgäste und ehemalige Mitarbeiterinnen erinnern sich voller Nostalgie an ihre Zeit im „180 Grad“. „Das war mehr als nur ein Café“, sagt ein Stammgast, „es war wie ein Zuhause.“ Die Kommentare unter dem Instagram-Post sind voller Traurigkeit und Dankbarkeit. Viele Besucher möchten in den letzten Tagen vor der Schließung noch einmal vorbeikommen, um „einen ruhigen Moment“ zu genießen und vielleicht „ein letztes Stück Kuchen“ zu probieren. Sarah hat angekündigt, ihre Gäste bis zum Schluss mit offenen Armen zu empfangen.

Positiv gestimmt zeigen sich einige Nutzer in den sozialen Medien und hoffen auf eine neue Zukunft für Sarah Klausen als Patissière. „Ich kann mir vorstellen, dass sie mit ihren Fähigkeiten und ihrer Leidenschaft für das Backen etwas Neues schaffen wird“, kommentiert eine frühere Mitarbeiterin. Die Kreativität und das Können der Betreiberin haben viele begeistert und ihre Torten sind nicht nur geschmacklich, sondern auch optisch ein Genuss.

Der Abschied

Es ist ein Abschied, der schmerzt und gleichzeitig zum Nachdenken anregt. Wie viele kleine Cafés, die in Berlin eine wichtige Rolle im Kiezleben spielen, zeigt auch das „180 Grad“, wie wertvoll solche Orte sind. Sie sind nicht nur gastronomische Einrichtungen, sondern auch soziale Treffpunkte, die Gemeinschaft und Zusammenhalt fördern. Der Verlust eines solchen Lokals lässt sich nicht einfach ausgleichen.

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Wenn am 24. Mai die Türen des „180 Grad“ zum letzten Mal schließen, bleibt die Frage: Welches Café wird als nächstes in die Fußstapfen treten? Neukölln hat schon viele Veränderungen durchgemacht und wird weiter wachsen – doch der Platz in unseren Herzen für das „180 Grad“ wird immer bleiben.