Es gibt Momente, die einfach unvergesslich bleiben. Das „Be Kind“-Festival in Neukölln gehört definitiv dazu! Nach einer zweijährigen Durststrecke fand die dritte Ausgabe endlich wieder statt und bescherte den Besuchern ein klangvolles Wochenende. Organisiert von den Jazzsängerinnen Winnie Brückner und Laura Winkler, erlebte man hier Musik in einer neuen Dimension. Die Kiezkapelle auf dem Neuen St. Jakobi Friedhof erwies sich als außergewöhnlicher Ort und bot eine frontalere Hörsituation, die den Klang noch näher und intensiver erlebbar machte – ganz im Gegensatz zu den großen Braukesseln des Sudhauses.

Am Freitag startete das Festival mit einem beeindruckenden Auftaktprogramm, das Julia Kursawe am Barockcello und Adrian Rovatkay am Dulzian vereinte. Unter dem Titel „Ricercar“ wurden Werke von Josquin, Orlando di Lasso und Diego Ortiz präsentiert, während Schulhoffs Fuge als eine Art Fensteröffnung beschrieben wurde – ein Erlebnis, das tief in die Seele eindrang. In einer anderen Ecke des Programms entführte Min Yoon mit ihrem Tanz, der zum Schlagzeugspiel von Tilo Weber im Stil des „Post-Butoh“ stattfand, das Publikum in eine andere Welt. Ihre Körpersprache – geprägt von Zittern und einer düsteren Krümmung – sorgte für eine fast hypnotische Atmosphäre.

Vielfalt der Klänge und Stimmen

Das Ensemble O, unter der Leitung von Komponistin und Sängerin Dora Osterloh, präsentierte vier Frauenstimmen, die intim und präzise harmonierten. Die Stücke, die oft einfach begannen, entwickelten sich in experimentelle und witzige Dimensionen. Man konnte förmlich spüren, wie das Publikum in die Klänge eintauchte und die Überraschungen des Festivals genoss. Es war ein Fest für die Ohren und Herzen, das die Kunst des Zuhörens förderte und sowohl Vertrautes als auch Unbekanntes bot.

In einer Zeit, in der kulturelle Veranstaltungen rar gesät sind, ist das „Be Kind“-Festival nicht nur ein Lichtblick, sondern auch ein Zeichen für die Vielfalt der künstlerischen Ausdrucksformen. Ähnlich wie das kommende Jazzfest Berlin 2025, das mit dem experimentellen Kurzfilm „DREAM BABY DREAM“ auf sich aufmerksam macht – einem Film, der durch Musik, Bewegung und Poesie zentrale Fragen der Gegenwart erkundet. Es ist spannend zu sehen, wie der kreative Geist Berlins sich in verschiedenen Formaten zeigt und die Menschen zusammenbringt.

Das „Be Kind“-Festival in Neukölln ist mehr als nur ein Musikereignis – es ist eine lebendige Gemeinschaft, die sich durch Klang und Kreativität verbindet. Die Vorfreude auf zukünftige Ausgaben ist bereits spürbar, denn wer möchte nicht mehr von diesen magischen Momenten erleben? Das Festival hat seinen Platz im Herzen Neuköllns gefunden und wird dort sicher noch viele weitere unvergessliche Klangerlebnisse schenken.

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