Heute ist der 19.06.2026 und in Berlin-Neukölln hat sich mal wieder etwas Aufregendes abgespielt. Aktivisten des „Widerstands-Kollektivs“ haben sich erneut aufgemacht, um einen Fahrradweg zu markieren. Ja, richtig gehört! In der Bürknerstraße, die zum Berliner Radvorrangnetz gehört, aber keinen offiziellen Radweg hat, haben sie mit Farbe, Pinsel und Schablonen einfach einen neuen Radstreifen auf die Straße gebracht. Das ist allerdings nicht das erste Mal an dieser Stelle. Schon im März 2025 hatten sie hier einen Radstreifen eigenmächtig eingerichtet – der dann allerdings kurze Zeit später vom Berliner Senat wieder entfernt wurde. Tja, die Bürokratie und ihr Tempo…

Die Aktion wurde von den Anwohnern und vorbeifahrenden Radfahrern positiv aufgenommen. Es ist ja auch nicht zu leugnen, dass täglich viele Menschen ohne sicheren Radweg unterwegs sind, obwohl genug Platz vorhanden ist. Die Aktivisten haben klar gesagt, dass sie Unfälle verhindern wollen. In einer Pressemitteilung wurde sogar erwähnt, dass Radfahrer regelmäßig von schweren und sogar tödlichen Unfällen betroffen sind, wobei Autos oft die Hauptgefahr darstellen. Das macht nachdenklich, oder?

Guerilla-Aktion mit Herz

Aber das ist noch nicht alles. Das „Widerstands-Kollektiv“ hat auch in Reinickendorf eine Guerilla-Aktion gestartet. Hier in der Stargardtstraße, einer Sackgasse, haben sie ohne Genehmigung eine Radspur auf die Straße gemalt. Die Umgebung ist ein Treffpunkt für ältere Menschen, mit einem Parkdeck eines Shoppingcenters, einem Currywurststand und einem Seniorenheim gleich um die Ecke. Allerdings gab es bei den ersten Versuchen, Radwege zu markieren, einige Schwierigkeiten – die Polizei hat ein paar dieser Aktionen vereitelt. Die Markierungen sind teils unregelmäßig und auch ein wenig unordentlich, aber hey, das ist Guerilla-Kunst!

Aktivist Jori hat es auf den Punkt gebracht: „Wir werden weiterhin Radwege malen, bis diese bestehen bleiben.“ Ein starkes Statement, finde ich. Online haben viele Radfahrende bereits Dankbarkeit für die Aktion gezeigt. Es ist ja wirklich so, dass Radwege die Sicherheit erhöhen. Und Jori hat auch darauf hingewiesen, dass es in Berlin offizielle Radwege gibt, die oft schlechter aussehen als ihre selbstgemalten.

Ein Netz aus Widerstand

Das Kollektiv hat gerade erst begonnen – ihr Ziel ist es, in den kommenden Wochen insgesamt 5 Kilometer Radweg zu schaffen, von denen bereits zwei Kilometer fast erreicht sind. Und nicht nur in Berlin sind sie aktiv; auch in Bremen und Hamburg haben sie ihre Farben gesprayt. Sie setzen sich dafür ein, den Einfluss der Fossil- und Autoindustrie auf unsere Städte zu reduzieren. Ein mutiges Unterfangen, wenn man bedenkt, dass nur 10% des 800 Kilometer umfassenden Vorrangnetzes für Radverkehr in Berlin bisher umgesetzt sind.

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Die Kritik an der Verkehrspolitik Berlins ist laut und deutlich. Ragnhild Sørensen von Changing Cities hat sich ebenfalls unzufrieden über das Tempo der Verkehrspolitik geäußert. Und dann die Entfernung der Guerilla-Markierungen – das ist fast schon wie ein Katz-und-Maus-Spiel zwischen Aktivisten und Behörden.

So bleibt es spannend in Berlin. Die Aktionen des „Widerstands-Kollektivs“ sind nicht nur ein Aufruf zur Veränderung, sondern auch ein Zeichen dafür, dass die Bürger nicht einfach hinnehmen, was ihnen vorgegeben wird. Vielleicht ist das der Anfang von etwas Größerem – wer weiß das schon?

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