Die alten Plattenbauten, die einst die Straßen unserer Stadt prägten, hinterlassen oft nur einen Haufen Bauschutt, wenn sie abgerissen werden. Doch nicht für die Bauingenieurin Angelika Mettke von der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg! Sie sieht in diesen Überbleibseln eine wahre Schatzkammer. Seit über 30 Jahren beschäftigt sie sich mit der Wiederverwendung von Betonteilen – und das aus gutem Grund. Ihre Mission ist klar: aus dem alten Beton neues Leben schöpfen.

In Kolkwitz, einem charmanten Ort im Landkreis Spree-Neiße, wurde jüngst das Pilotprojekt „ReUse Hub“ ins Leben gerufen. Hier soll ein Mehrzweckgebäude entstehen, das aus den Betonteilen eines abgerissenen DDR-Plattenbaus gefertigt wird. Es mag überraschend erscheinen, aber diese Betonplatten sind nicht nur robust, sondern auch von guter Qualität. Das Ingenieurbüro Peter Jähne aus Cottbus hat sich bereits an die Arbeit gemacht, um 88 dieser schweren Platten – einige davon bis zu sechs Meter lang und bis zu 5,8 Tonnen schwer – für den Neubau zu nutzen. Und das Beste? Die Finanzierung von 521.000 Euro kommt sowohl aus Strukturstärkungsmitteln als auch über das europäische Forschungsprojekt „Horizon 2020 – ReCreate“. Damit wird nicht nur der Bau gefördert, sondern auch ein klares Signal für ressourcenschonendes Bauen gesetzt.

Ein Ort für die Gemeinschaft

Der neue Bau wird an der Sportanlage Jahnstraße errichtet und soll als Treffpunkt für Vereine, den Ortsbeirat und für Bildungs-, Kultur- und Sportangebote dienen. Ein echter Gewinn für die Gemeinde! Bürgermeister Karsten Schreiber erhielt dafür einen symbolischen Scheck von Dr. Klaus Freytag, dem Lausitzbeauftragten des Ministerpräsidenten. So wird aus altem Beton etwas ganz Neues geschaffen – ein Ort, der für viele Menschen nützlich sein wird. Mettke betont, dass dies nicht nur ökologisch sinnvoll ist, sondern auch volkswirtschaftlich. Die Wiederverwendung von Betonplatten senkt den Primärenergieverbrauch und trägt zur Reduzierung von Abfall bei.

Der ReUse Hub ist nicht nur ein Projekt, das sich um die Wiederverwendung von Materialien dreht – es ist auch ein Beispiel für die Zukunft des Bauens. Die Idee, langlebige und hochwertige Materialien zu nutzen, ist der Schlüssel zu zirkulären Gebäuden. Dies bedeutet, dass nicht nur während der Bauphase Ressourcen gespart werden, sondern auch in der Nutzungsphase durch regelmäßige Wartungsarbeiten. Diese sind notwendig, um Schäden frühzeitig zu erkennen und zu beheben. Ein Gebäude, das gut geplant ist, erleichtert Wartungsarbeiten und sorgt dafür, dass die Lebensdauer verlängert wird. Und was ist mit den Gebäuden, die vor 1979 errichtet wurden? Die verbrauchen fünfmal mehr Energie als neuere Modelle – da ist Sanierung und Umnutzung der richtige Weg!

Das Projekt in Kolkwitz zeigt, wie viel Potenzial in alte Materialien steckt, die oft als Abfall betrachtet werden. Der selektive Rückbau, bei dem wiederverwendbare Komponenten identifiziert werden, ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. In Frankreich hat man diesen Ansatz bereits etabliert und Materialien vor großen Abrissen zur Wiederverwendung identifiziert. Ein guter Plan, denn Abfälle können zu Ressourcen werden, wenn der Rückbau gut durchdacht ist. Und das gilt nicht nur für Kolkwitz, sondern für ganz Deutschland.

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Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich solche Projekte entwickeln werden und ob sie als Vorbilder für andere Gemeinden dienen können. In einer Welt, die zunehmend auf Nachhaltigkeit setzt, könnte der ReUse Hub in Kolkwitz der Anfang einer neuen Ära im Bauwesen sein – und vielleicht auch ein kleiner Meilenstein auf dem Weg zu einer ressourcenschonenden Zukunft.