Neues Laborgebäude des Robert Koch-Instituts verbindet Wissenschaft und Kunst mit Mosaik von Sofie Thorsen
In Berlin-Wedding, genau an der Seestraße 10, entsteht ein ganz besonderes Bauprojekt, das nicht nur funktional ist, sondern auch ästhetisch einen neuen Akzent setzen wird. Hier wird das neue Laborgebäude des Robert Koch-Instituts (RKI) errichtet, und das mit einem außergewöhnlichen Kunstwerk, das bereits für viel Aufsehen sorgt. Die Wiener Künstlerin Sofie Thorsen hat den Kunst-am-Bau-Wettbewerb des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (BBR) gewonnen. Ihr Entwurf trägt den Titel „Notizen“ und wird als großflächiges Bodenmosaik aus Granit und Marmor im Eingangsbereich des Gebäudes realisiert.
Was das Ganze so spannend macht? Thorsen plant, wissenschaftliche Aufzeichnungen wie handschriftliche Notizen, Zahlen und Skizzen in das Mosaik zu integrieren. Es wird spannend zu sehen, wie die Künstlerin zusammen mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des RKI konkrete Motive entwickelt. Diese flüchtigen Gedanken und Ideen, die normalerweise nur auf Papier existieren, werden durch die Ausführung in Stein zu einem dauerhaften Bestandteil des Neubaus. Ein eindrucksvolles Konzept, das den Eingangsbereich nicht nur zu einem Ort der Begegnung und Kommunikation aufwerten soll, sondern auch die Verbindung von Wissenschaft und Kunst lebendig werden lässt.
Ein Ort der Begegnung
Der Eingangsbereich wird kolonnadenartig gestaltet und ist zum begrünten Innenhof ausgerichtet. Damit entsteht nicht nur ein ästhetisch ansprechender Raum, sondern auch ein einladender Ort, der sowohl Beschäftigte als auch Gäste zum Verweilen und Austausch einlädt. Das ist heutzutage wichtiger denn je, wo es oft an echten Begegnungen mangelt. Der Neubau ist Teil einer Neustrukturierung der RKI-Liegenschaften, die zusätzliche Labor- und Büroflächen schaffen und den bestehenden Standort städtebaulich abschließen soll. Ein echter Gewinn für den Bezirk!
Das Wiener Büro SWAP Architekten hat im Jahr 2023 den architektonischen Planungswettbewerb gewonnen. Das Bauvorhaben befindet sich aktuell in der Planungsphase, und die Vorfreude ist bereits spürbar. Mit dem neuen Gebäude soll nicht nur die Infrastruktur des RKI modernisiert werden, sondern auch ein neues Kapitel in der Baukultur Berlins aufgeschlagen werden.
Preisträger und Anerkennungen
Der Wettbewerb, bei dem Thorsen den ersten Preis erhielt, fand unter dem Vorsitz von Dr. Söke Dinkla, Direktorin des Lehmbruck Museums in Duisburg, statt. Am 15. September 2026 fiel die Entscheidung, und die Jury vergab den ersten Preis einstimmig an den Entwurf von Thorsen. Auch die anderen Beiträge waren bemerkenswert: Benjamin Hirte aus Berlin erhielt den zweiten Preis für ein Ensemble aus vier abstrakten Skulpturen, während Astrid Köppe mit ihrem Entwurf „Aggregation“ den dritten Preis gewann. Eine Anerkennung erhielt zudem die Berliner Künstlergruppe inges idee für ihr Werk „Invaders“.
Die gesamte Ausstellung der Wettbewerbsbeiträge wird vom 8. bis 22. Oktober 2026 im Ernst-Reuter-Haus, dem Dienstsitz des BBR in Berlin, zu sehen sein. Ein Besuch lohnt sich, denn der Eintritt ist frei und bietet einen Einblick in die kreativen Köpfe hinter diesen beeindruckenden Kunstwerken.
Kunst am Bau: Ein Teil der Baukultur
Kunst am Bau ist in Deutschland ein integraler Bestandteil der Baukultur und trägt zur Qualität und Aussagekraft von Bauwerken bei. Sie ist nicht nur ein Ausdruck des kulturellen Selbstverständnisses, sondern auch ein fester Bestandteil der gesetzlichen Richtlinien für Bauaufgaben des Bundes. Die staatliche Förderung von Kunst am Bau reicht bis in die Weimarer Republik zurück und hat im Laufe der Jahrzehnte eine unvergleichliche Sammlung an Kunstwerken hervorgebracht, die an vielen Orten in Deutschland und darüber hinaus zu finden sind.
Mit dem Neubau des RKI wird erneut ein künstlerischer Beitrag zur Bauaufgabe geleistet, der sowohl Bezug zur Architektur als auch zur Funktion des Gebäudes herstellt. Das ist nicht nur ein Gewinn für die Wissenschaft, sondern auch für die gesamte Öffentlichkeit, die in Zukunft die Verbindung von Kunst und Wissenschaft hautnah erleben wird.
