Heute ist der 11.05.2026 und in Berlin-Mitte, im ehemaligen „Tacheles“, findet man jetzt das Foto-Kulturzentrum Fotografiska, das sich gerade in aller Munde befindet. Ein ganz besonderes Event steht hier auf dem Programm: Ein moderiertes Gespräch zwischen dem renommierten Fotografen Anton Corbijn und dem bekannten Musiker Herbert Grönemeyer. Beide sind sie mittlerweile 70 Jahre alt und bringen eine geballte Ladung Lebenserfahrung mit, die sie in ihrer Unterhaltung über Freundschaft, Vertrauen und kreative Nähe zum Besten geben. Man kann sich nur vorstellen, wie die beiden alten Hasen in der Kunstszene über die Höhen und Tiefen ihrer Karrieren plaudern.

Ein Highlight des Abends ist die Anekdote über Grönemeyers „Mensch“-Clip und Corbijns Lehrjahre in London in den 1980er Jahren. Corbijn, der als schüchterner junger Mann in der Musikszene damals noch Fuß fassen wollte, spricht offen über den Einfluss, den die Musik auf seine Fotografie hatte. Es ist faszinierend zu hören, wie sich seine Schüchternheit mit der Kraft der Musik vermischt hat, um die eindringlichen, oft melancholischen Porträts zu schaffen, die seine Arbeiten auszeichnen.

Die Ausstellung

Die Ausstellung selbst, die seit dem 9. Mai 2023 läuft und bis zum 20. September 2026 zu sehen sein wird, zeigt rund 150 Werke von Corbijn. Hier sind ikonische Fotografien von Depeche Mode, U2, Tom Waits und Nina Hagen zu bewundern. Auch Grönemeyer und die Einstürzenden Neubauten sind vertreten – eine wahre Zeitreise durch die Musikkultur der letzten Jahrzehnte. Besonders ins Auge fällt die Selbstporträt-Serie am Eingang, in der Corbijn sich selbst als Ian Curtis inszeniert. Ein Bild, das nicht nur die Traurigkeit und Intensität des Künstlers einfängt, sondern auch den Betrachter zum Nachdenken anregt.

Was Corbijns Arbeiten so besonders macht, sind die „Zwischenmomente“ – jene flüchtigen Augenblicke, in denen ein Gefühl, eine Stimmung oder eine Verbindung eingefangen wird. Man spürt förmlich die Energie der Begegnungen, die oft melancholisch und doch voller Leben sind. Diese Fähigkeit, das Unsichtbare sichtbar zu machen, zieht einen sofort in den Bann.

Die Relevanz von Corbijns Werk

Das Werk von Anton Corbijn ist nicht nur auf die Fotografie beschränkt; es umfasst auch über 80 Musikvideos sowie Dokumentar- und Spielfilme. Sein bekanntester Film, „Control“, erzählt die tragische Geschichte von Ian Curtis und ist ein Meisterwerk der visuellen Erzählkunst. Corbijn hat es wie kein anderer verstanden, die Emotionen der Musik mit seinen Bildern zu verknüpfen. Das macht seine Arbeiten nicht nur für Kunstliebhaber, sondern auch für Musikfans zu einem unvergesslichen Erlebnis.

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Die Kombination aus Fotografie und Musik, die in dieser Ausstellung so eindrucksvoll zur Geltung kommt, zeigt, wie eng verwoben diese beiden Kunstformen sind. Man könnte fast sagen, dass jede Fotografie von Corbijn eine eigene Geschichte erzählt – Geschichten von Künstlern, die sich in ihrer Kunst verlieren und gleichzeitig unsterblich werden. So ist die Ausstellung mehr als nur eine Sammlung von Bildern; sie ist ein lebendiges Archiv der Musikgeschichte.