Heute ist der 17.05.2026 und wir befinden uns mitten in Berlin-Mitte, wo sich die kulinarische und politische Welt von Sarah Wiener kreuzt. Geboren in Halle in Westfalen, hat sie ihre Kindheit in Wien bei ihrer Mutter, der Künstlerin Lore Heumann, verbracht. Ein wenig rebellisch, brach sie mit 16 Jahren die Schule ab, um durch Europa zu reisen. Italien, Frankreich und Deutschland waren die Stationen ihrer jungen Jahre, die sie schließlich mit 24 Jahren nach Berlin führten, als sie ihren Sohn Artur zur Welt brachte.
In der Hauptstadt fand sie nicht nur ihre neue Heimat, sondern auch ihre Berufung. Im Restaurant ihres Vaters, dem Schriftsteller Oswald Wiener, begann sie als Küchenhilfe und entdeckte ihre Leidenschaft fürs Kochen. 1990 wagte sie den Schritt in die Selbstständigkeit und gründete „Sarah Wieners Tracking Catering“. Mit einer mobilen Küche in einem Lastwagen bekochte sie zunächst Filmcrews im Inland, bevor sie sich auch ins Ausland wagte. Neun Jahre später öffnete sie ihr erstes eigenes Restaurant in Berlin-Mitte und wuchs von einem Ein-Frau-Betrieb auf rund 100 Mitarbeiter. Ein beeindruckender Werdegang, der durch ihre Teilnahme an der ARD-Doku-Soap „Abenteuer 1900 – Leben im Gutshaus“ noch weiter an Fahrt gewann.
Von der Küche ins Parlament
Wer hätte gedacht, dass die leidenschaftliche Köchin eines Tages auch auf den politischen Bühnen Europas für frischen Wind sorgen würde? Sarah Wiener wurde durch ihre zahlreichen Fernsehauftritte, darunter die beliebte Kochshow „Kochen bei Kerner“, einer breiten Öffentlichkeit bekannt. 2007 erhielt sie ihre eigene Kochsendung „Die kulinarischen Abenteuer der Sarah Wiener“ auf Arte. Ihr Engagement für gesunde Ernährung und nachhaltige Landwirtschaft führte sie schließlich 2019 als Parteilose für die österreichischen Grünen ins Europaparlament. Dort setzte sie sich für Themen wie tiergerechte Haltung, Reduktion von Pestiziden und das Recht auf gesunde Ernährung ein.
Doch die politische Laufbahn war nicht ohne Herausforderungen. In ihrem Statement vom 9. Januar 2024 verkündete sie, dass sie bei den Wahlen zum EU-Parlament nicht erneut kandidieren wird. Stattdessen plant sie, sich außerhalb des Parlaments ernährungspolitisch zu engagieren. „Es ist ein Neuanfang“, sagt sie, der ihrer Stiftung, der 2007 gegründeten „Sarah-Wiener-Stiftung“, eine größere Rolle geben wird. Diese Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt, Kinder an gesunde Ernährung heranzuführen und ihnen die Wichtigkeit einer ausgewogenen Kost näherzubringen.
Ein Blick in die Zukunft
Sarah Wieners politische Arbeit in den letzten viereinhalb Jahren war geprägt von zentralen Themen wie einer zukunftsfähigen Landwirtschaft, der Farm-to-Fork-Strategie und dem Schutz der Böden. Diese Anliegen bleiben für sie auch weiterhin wichtig. Sie freut sich darauf, ab der zweiten Jahreshälfte mehr Zeit für ihre Stiftung zu haben. „Ich blicke positiv auf meine Zeit in der EU-Politik zurück“, so Wiener, „Respekt und demokratische Werte sind für mich von großer Bedeutung.“ Die Herausforderungen, vor denen wir heute stehen, erfordern kreative Lösungen und Menschen, die bereit sind, dafür zu kämpfen – und genau das hat sie vor.
So wird Sarah Wiener, die einst mit einer mobilen Küche begann, nun eine neue Reise antreten. Sie bleibt eine Stimme für gesunde und nachhaltige Ernährung und wird weiterhin in der Öffentlichkeit stehen, um für ihre Überzeugungen einzutreten. Ihre Geschichte, geprägt von Mut, Kreativität und einem unerschütterlichen Glauben an die Kraft der Veränderung, inspiriert viele – und das wird sie auch in Zukunft tun.