In der pulsierenden Mitte Berlins wird bald ein ganz besonderer Stadtrundgang stattfinden, der nicht nur für Geschichtsliebhaber interessant ist. Am 27. September und 4. Oktober 2026 lädt der Stadtrundgang im Rahmen von Nestervals Eldorado dazu ein, sich mit der trans* Geschichte während der NS-Zeit auseinanderzusetzen. In Kooperation mit dem Educat Kollektiv wird der Fokus auf die Biografie von Käte Rogalli gelegt, einer Persönlichkeit, deren Lebensweg exemplarisch für die Verfolgung und Unterdrückung von trans* Personen unter dem Nationalsozialismus steht. Der Rundgang dauert etwa drei Stunden und findet in Berlin-Mitte statt.

Ein wichtiger Aspekt dieser Veranstaltung ist die Erinnerung an die Opfer der NS-Ideologie. Die Organisatoren möchten nicht nur informieren, sondern auch ein Bewusstsein für die dunklen Kapitel der Geschichte schaffen, die oft im Schatten anderer Ereignisse stehen. Ein Ziel ist es, die Geschichten der queeren Menschen sichtbarer zu machen, die unter dem NS-Regime gelitten haben. Die Produktion erfolgt durch die Sophiensæle, während Medienpartner wie Missy Magazine, Siegessäule und taz die Veranstaltung unterstützen.

Ein Blick auf die Ticketpreise

Die Ticketpreise sind mehr als fair: Ein reguläres Ticket kostet 10 Euro, während ermäßigte Karten für nur 3 Euro erhältlich sind – und hier ist kein Nachweis erforderlich. Diese Ermäßigung gilt unter anderem für Menschen mit Behinderungen und deren Begleitpersonen, die sogar ein Freiticket buchen können. So wird der Zugang zu dieser wichtigen Bildungs- und Gedenkveranstaltung erleichtert und möglichst vielen Menschen ermöglicht.

Ein unvollständiges Gedächtnis

Doch warum ist dieser Rundgang so wichtig? Historikerinnen und queere Verbände kritisieren seit Jahren die Lücken in der Aufarbeitung der Geschichte der queeren Verfolgten im Nationalsozialismus. Der LSVD hat bereits vor einigen Jahren mehr Forschung zur Verfolgung von Lesben sowie trans, inter und anderen queeren Personen gefordert. Eine erste offizielle Erinnerung des Deutschen Bundestages an queere Verfolgte des NS-Regimes fand erst 2022 statt – ein viel zu langer Zeitraum, in dem die Geschichten dieser Menschen im deutschen Gedächtnis weitgehend ignoriert wurden.

Die Geschichten queerer Frauen im Holocaust sind oft nicht mehr als Randnotizen in der Erinnerungskultur. Historiker Sébastian Tremblay hebt hervor, dass Frauen in der historischen Aufarbeitung von Homosexualität und Nationalsozialismus oft marginalisiert werden. Der Fokus lag bisher vor allem auf der Kriminalisierung männlicher Homosexualität. Umso wichtiger ist es, dass Projekte wie dieser Stadtrundgang initiativen setzen, um die Sichtbarkeit der Geschichten von trans und queeren Personen zu erhöhen.

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Öffentliche und kollektive Projekte sind entscheidend, um Wissen über die Situation queerer Frauen im Nationalsozialismus zu sammeln und zu verbreiten. Der Austausch über solche Themen ist unerlässlich und bietet die Möglichkeit, sich mit der eigenen Geschichte auseinanderzusetzen. Daher ist es zu wünschen, dass Veranstaltungen wie der Stadtrundgang nicht nur einmalige Gelegenheiten bleiben, sondern Teil einer breiteren, fortlaufenden Diskussion werden.

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