Heute ist der 19.10.2026 und während der internationale Brustkrebsmonat „Pinktober“ die Aufmerksamkeit auf Vorsorge und Früherkennung lenkt, gibt es in Berlin eine Geschichte, die uns alle betrifft. Moderatorin Tanja Bülter, die nach ihrem Volontariat bei RTL in Köln nach Berlin zog, hat eine bemerkenswerte Reise hinter sich, die nicht nur ihre eigene Gesundheit, sondern auch das Leben vieler Frauen beeinflusst hat. Inmitten der bunten Vielfalt der Hauptstadt lebt sie mit ihren zwei Kindern und hat sich nach einer schweren Diagnose, die sie im Schock versetzte, neu erfunden.

Die Nachricht, dass sie an Brustkrebs erkrankt war, kam knapp neun Monate nach ihrer Trennung von ihrem Mann. Sie selbst kann nicht sicher sagen, ob der Kummer um die Trennung einen Einfluss auf ihre Erkrankung hatte, aber eines ist klar: Es war ein harter Weg. Tanja konzentrierte sich darauf, Schritt für Schritt zu gehen, während sie sich einer Behandlung unterzog, die Chemotherapie, eine Operation und Strahlentherapie umfasste. In dieser Zeit stellte sie fest, wie wichtig mentale Stärke ist und begann, sich intensiv mit Meditation und Affirmationen zu beschäftigen.

Ein neues Kapitel: Tanjas Channel

Nach der erfolgreichen Behandlung wollte Tanja mehr tun. Sie ließ sich zur Resilienztrainerin und systemischen Coach ausbilden und bemerkte, dass viele Frauen ähnliche Herausforderungen durchlebten. Daraus entstand das Frauennetzwerk „Tanjas Channel“, das mittlerweile rund 100 Mitglieder zählt. Das Netzwerk bietet nicht nur eine Coaching-Plattform, sondern auch Retreats und regelmäßige Dinner, bei denen Frauen sich austauschen können. Ein besonderes Highlight sind die YouTube-Formate „Hallo Doc“ und „Talking Health“, die wichtige Themen rund um die Frauengesundheit beleuchten.

Ein zentraler Aspekt von Tanjas Arbeit ist die Förderung der Frauengesundheit, ein oft vernachlässigtes Thema. Eine der ersten Herausforderungen, mit denen sie konfrontiert war, war die Chemotherapie. Viele Frauen, die unter Paclitaxel behandelt werden, leiden unter einer chemotherapieinduzierten peripheren Neuropathie (CIPN). Diese kann Schmerzen und motorische Einschränkungen verursachen und sogar zu Therapieabbrüchen führen. Neueste Studien zeigen, dass Kältetherapie, also das Tragen von gekühlten Handschuhen und Socken, helfen kann, die Symptome signifikant zu lindern.

Gemeinsam stark

Tanja hat während ihrer Chemotherapie eine Kühlkappe verwendet, um ihre Haare zu schützen, und sie ist stolz darauf, nicht auf eine Perücke angewiesen gewesen zu sein. Obwohl sie etwa 30 Prozent ihrer Haare verlor, hat sie es geschafft, während der Behandlung weiterzuarbeiten, was dank der Homeoffice-Möglichkeiten während der Corona-Pandemie erleichtert wurde. Ihre Kinder erklärte sie, nach dem Rat einer Kinderpsychologin, dass sie öfter im Krankenhaus sein würde und sie mehr Selbstständigkeit brauchen würden. So schuf sie einen Raum für ehrliche Gespräche, der auch für die Kleinen wichtig war.

In der heutigen Zeit sind Netzwerke wie „Tanjas Channel“ unerlässlich. Sie fördern nicht nur den Austausch von Erfahrungen, sondern bieten auch konkrete Unterstützung. Durch das Netzwerk entstanden Kooperationen, die Frauen in verschiedenen Lebenslagen helfen, sei es durch gemeinsame Projekte oder private Kontakte, wie die Vermittlung von Babysittern. Tanja möchte, dass ihr Angebot für alle Frauen zugänglich bleibt – trotz der finanziellen Verluste, die sie momentan macht.

Für Januar 2027 plant sie eine Veranstaltung zum Thema Libido, die zeigt, dass ihre Mission weit über die Unterstützung bei Krankheiten hinausgeht. Tanja Bülter ist ein Beispiel dafür, wie persönliche Herausforderungen in eine Kraft verwandelt werden können, die nicht nur das eigene Leben, sondern auch das vieler anderer bereichert. Und während wir durch die Straßen Berlins schlendern, wird klar: Es gibt Frauen, die sich mit aller Kraft gegen die Widrigkeiten stemmen und dabei andere mitziehen.