In Berlin, genauer gesagt in der Parochialkirche, fand am Pfingstmontag ein ganz besonderer Gottesdienst statt – und das nicht für Menschen, sondern für unsere pelzigen, gefiederten und schuppigen Freunde. Tiere wie Hunde, Katzen, Vögel und sogar Reptilien waren herzlich eingeladen, mit ihren Herrchen und Frauchen gemeinsam einen Segen zu empfangen. Eine Ankündigung, die nicht nur tierliebende Herzen höher schlagen lässt, sondern auch die Bedeutung von Tieren im Leben vieler Menschen würdigt. Für all jene, die mit größeren Tieren wie Pferden oder Eseln kamen, war eine Anmeldung erforderlich. Auch Hunde über 90 cm Rückenhöhe mussten sich vorher anmelden – eine witzige Vorstellung, wenn man sich vorstellt, wie ein großer Hund brav auf den Segen wartet!

Pfarrer Michael Kösling, der diesen Gottesdienst als neues Format in Mitte beschreibt, hat bereits Erfahrung mit der Segnung von Tieren. Er und seine Kollegin sind sich einig: Tiere haben für viele Menschen einen besonderen Wert, eine Würde und einen Charakter, der es verdient, gewürdigt zu werden. Kösling hebt die seelsorgliche Verantwortung der Kirche hervor, auch diesen Geschöpfen einen Segen zu spenden. Denn, wie er es formulierte, sind Tiere nicht nur Begleiter, sondern auch Teil der „göttlichen Familie“.

Franz von Assisi und die Tiere

Hier wird auch die Verbindung zu Franz von Assisi deutlich, dem Heiligen, der in der katholischen Kirche als Patron der Tiere gilt und dessen Gedenktag am 4. Oktober gefeiert wird. Mit seiner besonderen Nähe zur Natur und zu Tieren ist er das perfekte Vorbild für solche Segnungen. Franziskus lebte zwischen 1182 und 1226 und gründete den Orden der Franziskaner. Der „Sonnengesang“, den er um 1224/25 verfasste, lobt die Einheit von Mensch, Tier, Natur und Umwelt. Ein Gedicht, das wohl auch heute noch viele Menschen bewegt und inspiriert. Die Legende besagt, dass er sogar den Vögeln predigte und den Wolf von Gubbio zähmte – ein wahrer Tierfreund!

Seine Botschaft, dass jedes Lebewesen ein Recht auf Schutz und Leben hat, klingt in den heutigen Tierschutzbewegungen nach. Am 4. Oktober, dem Tag für den Tierschutz, setzen sich Tierschützer und Verbände weltweit für die Rechte der Tiere ein. So sieht man die Verbindung zwischen den traditionellen Tiersegnungen und den modernen Tierschutzgedanken. Franziskus‘ Haltung zu Tieren ist nicht nur religiös motiviert, sondern spiegelt auch die Werte wider, die heute für viele von Bedeutung sind.

Ein Segen für unsere tierischen Begleiter

Die Atmosphäre während des Gottesdienstes in Berlin war sicherlich einzigartig. Man kann sich die bunten Tiere vorstellen, die an der Seite ihrer Menschen sitzen – ein Bild der Vielfalt und des Lebens. Es ist eine schöne Geste, diese besonderen Wesen nicht nur als Haustiere, sondern als Familienmitglieder zu betrachten. Kösling betont, dass die Segnung der Tiere auch ein Zeichen der Dankbarkeit für die Freude ist, die sie in unser Leben bringen.

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In vielen anderen Städten, wie beispielsweise Madrid, finden ähnliche Tiersegnungen statt. Es ist ein Trend, der zeigt, wie wichtig die Beziehung zwischen Mensch und Tier ist, und der ein Stück weit eine Antwort auf die Herausforderungen unserer modernen Welt gibt. Die Liebe und Fürsorge, die wir Tieren entgegenbringen, sollte nicht nur an Feiertagen, sondern jeden Tag sichtbar werden. Denn in der Zuneigung zu unseren tierischen Freunden offenbart sich oft die tiefste Menschlichkeit.