Kampf um das RAW-Gelände: Berlins kulturelle Zukunft steht auf der Kippe
Heute, am 26. Juni 2026, ist die Situation rund um das RAW-Gelände in Berlin-Mitte spannender denn je. Die Verhandlungen über die Zukunft dieses bedeutenden kulturellen Hotspots gehen weiter. Am 25. Juni fanden die ersten Gespräche statt, und ein weiteres Treffen ist für den 6. Juli angesetzt. Florian Falkenhagen, Betreiber des beliebten Cassiopeia-Clubs, sieht in diesen Gesprächen einen positiven Schritt – doch die Unklarheit über die Auswirkungen auf seinen Club bleibt bestehen.
Die Hintergründe sind alles andere als einfach. Ein Bebauungsplan steht im Raum, und die Meinungen über die zukünftige Nutzung des Geländes könnten unterschiedlicher nicht sein. Die Investorengruppe Kurth, die das Gelände bereits 2015 erwarb, plant, dort Wohnungen und Büros zu errichten. Ihr ursprünglicher Plan sah vor, dass Kulturbetriebe ein Bleiberecht von 30 Jahren zu fairen Mieten zugesichert bekommen, was die Clubs und Kulturorte in ihrer Existenz sichern sollte. Doch nun gibt es bereits Druck auf die Kulturbetriebe, und die ersten Räumungen könnten schon in diesem Monat anstehen.
Ein Rückschritt in den Gesprächen
Die Lage hat sich in den letzten Monaten zugespitzt. Die Gespräche über einen Bebauungsplan zum Schutz der Clubs sind gescheitert. Die Kurth-Gruppe hat sich aus diesen Verhandlungen zurückgezogen und das Verfahren einseitig für gescheitert erklärt. Jens Schwan, Sprecher des Soziokulturellen L, zeigte sich unverständlich und forderte eine Rückkehr an den Verhandlungstisch. Für viele Clubs, wie das Cassiopeia, bedeutet das eine akute Bedrohung. Eine Räumung könnte nicht nur die Schließung, sondern auch die Insolvenz bedeuten. Falkenhagen berichtet von einem klaren Rückschritt in den Gesprächen innerhalb von nur zwei Monaten.
Die lokale Politik reagiert auf diese angespannte Situation: Eine Sondersitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung mit dem Senat und der Kurth-Gruppe wird geplant, um die Zukunft des Geländes zu klären. Die Gespräche ziehen sich jedoch schon über ein Jahrzehnt, und es bleibt abzuwarten, ob es tatsächlich zu einer Einigung kommt oder ob die Kultur auf diesem wichtigen Areal weiter in Gefahr ist.
Die kulturelle Bedeutung des RAW-Geländes
Auf dem RAW-Gelände haben sich zahlreiche Clubs und Kulturorte etabliert. Die Mischung aus kreativen Räumen, Veranstaltungsorten und kulinarischen Angeboten macht es zu einem Schmelztiegel der Berliner Kultur. Das Areal erstreckt sich über rund 52.000 Quadratmeter und ist ein Ort, an dem Musik, Kunst und Gemeinschaft aufeinandertreffen. Die Pläne der Kurth-Gruppe, ein 100 Meter hohes Bürogebäude zu errichten, stoßen auf Widerstand. Die Politik und die Kulturszene fordern vehement den Erhalt der Club- und Kulturstruktur.
Die kulturelle Landschaft Berlins steht auf dem Spiel. Der Druck, der auf den Kulturbetrieben lastet, könnte die lebendige Szene, die das RAW-Gelände prägt, ernsthaft gefährden. Die Schließung von Clubs würde nicht nur den Verlust von Veranstaltungsorten bedeuten, sondern auch eine Zäsur für die kulturelle Identität der Stadt darstellen. Wie es weitergeht? Das bleibt abzuwarten, doch die Stimmen der Kulturschaffenden müssen gehört werden, um die Zukunft des RAW-Geländes zu sichern.
Weitere Informationen und Details über die Situation und die Clubs finden Sie auf dieser Seite.
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