In Berlin wird es zurzeit heiß her. Am vergangenen Wochenende wurden zwei Filialen der Kaffee-Kette LAP Coffee, die erst 2023 gegründet wurde, mutmaßlich politisch motiviert angegriffen. Die betroffenen Standorte befinden sich am Boxhagener Platz in Friedrichshain und am Rosenthaler Platz in Mitte. Die Berliner Polizei hat bereits Ermittlungen wegen Sachbeschädigungen aufgenommen, und die Spuren führen auf die Plattform Indymedia, wo sich Unbekannte zu den Attacken bekannten. Diese Verfasser berichteten, dass der Standort am Boxhagener Platz mit Steinen und Farbe angegriffen wurde, während am Rosenthaler Platz die Botschaft „verpisst euch“ hinterlassen wurde.
Man muss schon sagen, die Situation rund um LAP Coffee ist ein wenig chaotisch und aufgeladen. Die Angreifer drohen gar mit einem heftigen weiteren Angriff – das lässt aufhorchen! LAP Coffee hat sich mit seinen vergleichsweise niedrigen Preisen (1,50 Euro für einen Espresso, 2,50 Euro für einen Cappuccino) schnell in die Herzen der Kaffeeliebhaber geschlichen. Aber genau das wird von den Angreifern scharf kritisiert. Sie vergleichen die Expansion von LAP mit der von Starbucks und werfen den Investoren vor, profitgierig und ausbeuterisch zu sein.
Die Hintergründe der Angriffe
Bereits im Oktober gab es Farbattacken auf mehrere LAP-Standorte, und es scheint, dass die Welle der Aggression nicht abreißt. In Prenzlauer Berg, Mitte, Kreuzberg und Schöneberg wurden alle 15 LAP-Filialen mit roter Farbe beschmiert. An den Tatorten wurden Flugblätter hinterlassen, die auf einen politischen Hintergrund hinweisen. Eine anonyme Gruppe macht für die Farbattacken verantwortlich und fordert, dass LAP auf die Kritik an den Dumpingpreisen eingeht.
Das Konzept von LAP Coffee, das für „Live Among People“ steht, ist kostengünstig und spartanisch. Die Kette eröffnet zunehmend Filialen in trendigen Kiezen und wird von Investoren wie FoodLabs, HV Capital und Insight Partners unterstützt. Der Gründer Ralph Hage hat sich zu den Angriffen geäußert und sieht diese als Ventil für die Probleme der Angreifer. Komischerweise reagierte LAP sogar humorvoll auf die Farbattacken und postete auf Instagram über die Reinigung ihrer Schaufensterscheiben.
Ein Dialog in Sicht?
Auf Indymedia erschien ein offener Brief der vermeintlichen Angreifer, der ein Gesprächsangebot an Hage enthält, allerdings unter bestimmten Bedingungen. Diese umfassen eine Auflistung von juristischen Schritten, die LAP gegen Kritik unternommen hat, sowie die Forderung, 80 Prozent von Hages Vermögen für Mitbestimmungsstrukturen in Betrieben zu verwenden. Ein wenig radikal, aber die Ansichten sind klar: Die Anwohner der LAP-Filialen sollen befragt werden, um deren Meinung zur Ansiedlung der Cafés zu erfahren.
Wie sich die Situation entwickeln wird, bleibt abzuwarten. Es ist spannend zu beobachten, ob Hage und die Angreifer tatsächlich ins Gespräch kommen. Der Druck ist da, und die Gemüter sind erhitzt. Die Polizei ist ebenfalls auf der Suche nach Hinweisen, und sollte es keine Fortschritte geben, wird sie sich intensiver mit dem Fall beschäftigen müssen. Die nächsten Tage könnten entscheidend sein, für LAP Coffee und die Kaffeekultur in Berlin.