Ein Apostolischer Nuntius mit Ecken und Kanten: Hubertus van Megen bringt frischen Wind in die deutsche Kirche
Ein neuer Wind weht durch die katholische Kirche in Deutschland. Am Donnerstag, dem 23. Juli 2026, trat Erzbischof Hubertus van Megen offiziell sein Amt als neuer Apostolischer Nuntius in Deutschland an. Der 64-Jährige überreichte in der Villa Borsig, Berlin, sein päpstliches Beglaubigungsschreiben an Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Während eines kurzen persönlichen Gesprächs zwischen den beiden Herren spürte man sicherlich, dass hier eine echte Verbindung entsteht. Van Megen folgt auf Erzbischof Nikola Eterovic, der nach 13 Jahren im Amt, in den Ruhestand ging. Eterovic war nicht nur Nuntius, sondern auch Doyen des Diplomatischen Korps und hat einige bedeutende Spuren hinterlassen.
Hubertus van Megen, geboren 1961 in Eygelshoven in den Niederlanden, ist kein Unbekannter in der Welt der Diplomatie des Heiligen Stuhls. Spricht er doch fließend Deutsch – das hat er seiner Herkunft aus dem Grenzland zu verdanken. Mit einer beeindruckenden Karriere, die ihn durch Afrika und zuletzt nach Kenia führte, bringt van Megen nicht nur Erfahrung, sondern auch eine spezielle Perspektive mit nach Deutschland. Als Nuntius war er in Sudan, Eritrea und zuletzt in Kenia tätig, wo er sich auch als ständiger Beobachter des Heiligen Stuhls bei UN-Organisationen für Umwelt und menschliche Siedlungen engagierte.
Ein kritischer Geist mit einem offenen Herzen
Doch nicht nur seine beruflichen Stationen sind bemerkenswert. Van Megen ist ein Mensch mit klaren Ansichten. Er hat in der Vergangenheit Europa als „tot und grau“ beschrieben. Diese Worte könnten manchen aufstoßen – und doch steckt viel Wahrheit darin, wenn man die Selbstbezogenheit der Menschen in den modernen Gesellschaften betrachtet. Komischerweise vergleicht er die Energie und Lebendigkeit junger afrikanischer Gemeinschaften mit der oft stagnierenden Atmosphäre in Europa. In Nairobi warnte er vor westlichen Einflüssen und kritisierte den Verlust des Gemeinschaftssinns. Seine Stimme erhebt sich dort, wo er die Gefahren des Kapitalismus, Individualismus und Hedonismus sieht. Er fordert die Menschen auf, das traditionelle Miteinander zu stärken.
Seine Ansichten, vor allem zur religiösen Situation in Europa, sind klar: Die Kirche hier wird als geschwächt wahrgenommen, und van Megen hat deutlich gemacht, dass sie kein Vorbild mehr für die Kirchen in Afrika sein kann. Dabei sind seine Äußerungen nicht ohne Kontroversen geblieben – sowohl in Kenia als auch in seiner neuen Rolle hier in Deutschland wird man ihn im Auge behalten müssen. Besonders seine kritischen Kommentare zur Euthanasie, Gender-Theorie und Abtreibung haben für Aufsehen gesorgt. Bei den Gen-Z-Protesten in Kenia unterstützte er die Jugend und stellte sich gegen die staatlichen Reaktionen, was Spannungen mit der Regierung unter Präsident William Ruto hervorrief. Wer weiß, wie sich diese Dynamik hierzulande entwickeln wird?
Ein Brückenbauer zwischen Welten
Als Apostolischer Nuntius ist van Megen nicht nur ein Gesandter des Papstes, sondern auch ein Brückenbauer zwischen dem Apostolischen Stuhl und der katholischen Kirche in Deutschland. Seine Aufgabe wird es sein, die Verbindung zu stärken und die Beziehung zu den Staatsautoritäten zu pflegen. Man kann gespannt sein, wie er diese neue Herausforderung meistern wird, zumal er in Berlin bereits von Bischof Michael Gerber und Erzbischof Heiner Koch empfangen wurde.
Sein Vorgänger, Nikola Eterovic, hatte mit 75 Jahren sein Amt niedergelegt und war seit 2013 eine feste Größe in der deutschen Kirche. Eterovic, der eine lange Karriere im diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls vorweisen kann, hinterlässt große Fußstapfen. Van Megen wird sich also nicht nur anpassen müssen, sondern auch seinen eigenen Stil und seine eigenen Ansichten einbringen. Es bleibt abzuwarten, wie sich sein Einfluss auf die katholische Kirche in Deutschland entfalten wird. Die kommenden Monate könnten spannend werden!
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