Inmitten der pulsierenden Hauptstadt Berlin wird am Marx-Engels-Forum, einem der bedeutendsten städtebaulichen Projekte in der historischen Mitte, auf eindrucksvolle Weise an einem neuen Kapitel geschrieben. Doch Geduld ist gefragt: Bis voraussichtlich Ende 2027 bleibt die Fläche, die sich über 7,2 Hektar erstreckt, eine Baustelle. Die Bronzefiguren von Karl Marx und Friedrich Engels, die seit 1986 dort stehen, sind derzeit hinter Bauzäunen verborgen und werden für fast zwei Jahre nicht zugänglich sein.

Die umfassenden Bauarbeiten rund um das Forum, die bereits im Juni 2022 mit dem ersten Spatenstich durch Verkehrs- und Umweltsenatorin Ute Bonde (CDU) begannen, haben das Ziel, eine moderne, grüne und einladende Wohlfühlzone zu schaffen. Die Planung sieht unter anderem einen barrierefreien Aufenthaltsort am Spreeufer vor, der einen herrlichen Blick auf das Humboldt Forum und den Dom bieten wird. Eine Treppen- und Rampenanlage soll den Zugang erleichtern, dazu laden Sitzmöglichkeiten auf den Stufen und schattenspendende Bäume zum Verweilen ein. Auch ein Wasserspiel gehört zum neuen Konzept.

Umwelt- und Klimaschutz im Fokus

Ein zentrales Anliegen des Projekts ist die Transformation zu einem klimaresilienten Stadtraum. Hierbei wird das Schwammstadt-Prinzip angewendet: Versiegelte Flächen werden aufgebrochen, um Regenwasser dezentral zu sammeln und somit das Mikroklima in der Stadtmitte zu verbessern. Widerstandsfähige Baumarten wie die Ungarische Eiche, Silberlinden und der Japanische Schnurbaum werden gepflanzt, um die grüne Infrastruktur Berlins zu stärken.

Die Bauarbeiten sind jedoch nicht ohne Herausforderungen. Archäologische Untersuchungen, die im historischen Gründungskern Berlins durchgeführt werden, verzögern die Fortschritte. Entdeckungen wie Keller- und Grundmauern aus dem 18. und 19. Jahrhundert müssen dokumentiert werden und fließen in die finale Gestaltung der Freiflächen ein. Nach Abschluss der Bauarbeiten werden diese historischen Strukturen wieder unter der Erde verschwinden.

Ein neuer Spielbereich für Familien

Ein besonders begrüßenswertes Element des Projekts ist die Schaffung eines neuen Spielbereichs an der Rathausstraße mit einer Fläche von etwa 2300 Quadratmetern, der im Sommer 2023 beginnen soll. Dieser Bereich wird als sozialer Treffpunkt für Familien konzipiert und trägt zur Belebung der Umgebung bei. Damit wird ein Konzept verfolgt, das den Fernsehturm, die Marienkirche und das Rote Rathaus zu einem zusammenhängenden Freiraumband verbindet.

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Die Senatsverwaltung hat sich auch der Kritik von Umweltschützern gestellt, die die Fällung von etwa 35 Bäumen für die geplanten Sitztreppen bemängeln. Die Verwaltung argumentiert, dass die Neupflanzungen langfristig einen höheren ökologischen Wert bieten werden. In Summe sollen rund 34 Millionen Euro in beide Bauabschnitte investiert werden, was einen Paradigmenwechsel in der Stadtentwicklung signalisiert.

Blick in die Zukunft

Die Herausforderungen des globalen Klimawandels stellen auch Berlin vor große Aufgaben. Der Stadtentwicklungsplan (StEP) Klima und das Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm (BEK) 2030 zielen darauf ab, die Anpassungsfähigkeit der städtischen Infrastruktur zu verbessern und die Lebensqualität in der Stadt zu sichern. Mit Projekten wie der Neugestaltung des Marx-Engels-Forums wird ein Ansatz verfolgt, der nicht nur eine Verschönerung der Stadtmitte anstrebt, sondern auch eine klimasensible Stadtentwicklung fördert.

So bleibt das Marx-Engels-Forum bis Ende 2027 eine Baustelle und prägt das Stadtbild mit Bauzäunen und Kränen, während gleichzeitig die Weichen für eine grünere und lebenswertere Innenstadt gestellt werden. Wenn die Bauarbeiten abgeschlossen sind, wird das Denkmal der beiden Philosophen wieder zugänglich sein und die Bürgerinnen und Bürger können die neue Wohlfühlzone am Spreeufer genießen.