Die Wohnungsnot in Deutschland, insbesondere in den Metropolen, hat sich zu einem echten Risiko für die Wirtschaft entwickelt. Die Immobilienpreise bleiben auf einem hohen Niveau und der Mangel an bezahlbarem Wohnraum zieht nicht nur die Schärfe in der Mietpreisschraube an, sondern bremst auch den Arbeitsmarkt. Eine Studie von PwC zeigt, dass 90% der Berufstätigen die Wohnungssuche in Großstädten als Glückssache empfinden. Das ist schon ein starkes Stück, oder? Und es wird noch besser: 20% der Erwerbstätigen zwischen 18 und 34 Jahren haben aufgrund der hohen Mieten ihren Job gewechselt. Wer will das schon? Mieten in Ballungsräumen sind in den letzten zehn Jahren im Schnitt um 44% gestiegen. Nicht gerade einladend für die junge Generation, die sich eine eigene Bleibe schaffen möchte.
In Berlin beispielsweise beträgt der mittlere Objektpreis für Immobilien stolze 415.000 Euro, was 7,8 Jahresnettoeinkommen entspricht. Und die Preise für gebrauchte Eigentumswohnungen in zentralen Lagen? Die steigen um 2% auf 6.538 Euro pro Quadratmeter. Sogar in Randbezirken wie Spandau und Marzahn-Hellersdorf sind Preisanstiege von 4 bis 8% zu verzeichnen. Das kann einem schon die Laune verderben, wenn man überlegt, wie viele Fachkräfte inzwischen in Regionen mit entspannterem Wohnungsmarkt abwandern oder höhere Gehälter verlangen. Kommt noch dazu, dass die Stimmung in der Baubranche so düster ist wie der Berliner Himmel im November. Der Ifo-Geschäftsklimaindex für den Wohnungsbau ist von -19,3 auf -28,4 Punkte gefallen – der stärkste Rückgang seit vier Jahren. Geopolitische Spannungen und steigende Energie- sowie Rohstoffpreise sind die Hauptgründe für diesen Schock.
Die Lage auf dem Wohnungsmarkt
Materialmangel ist ein weiteres großes Problem. Im März waren nur 1% der Firmen betroffen, im April waren es bereits 9,2%. Das spricht Bände über die Herausforderungen, mit denen die Bauindustrie konfrontiert ist. Zu allem Überfluss leiden 44% der Unternehmen unter Auftragsmangel, und die Stornierungsquote liegt bei 10,8%. In Köln beispielsweise werden 2024 nur 1.819 Wohnungen fertiggestellt, obwohl der jährliche Bedarf bei mindestens 6.000 Einheiten liegt. Die Leerstandsquote? Unter 1%! Das ist einfach nicht tragbar.
Und dann ist da noch die Sache mit den neuen Gesetzen. Der Bundesrat hat am 15. Mai der Vergaberechtsreform zugestimmt, die am 1. Juli in Kraft tritt. Ein Streitpunkt dabei ist der Losgrundsatz, der vorschreibt, dass Aufträge in kleinen Portionen vergeben werden müssen. Auch das Gebäudemodernisierungsgesetz bringt einige Änderungen mit sich, etwa, dass Vermieter stufenweise einen Biogas-Anteil bei neuen Heizungen nutzen müssen. Das kann für die Mieter Kosten von bis zu 275 Euro pro Jahr verursachen – nicht gerade ein Schnäppchen, wenn man bedenkt, dass die Mieten ohnehin schon durch die Decke gehen.
Proteste und Forderungen
Der Druck auf die Politik wächst. In Berlin fanden kürzlich Proteste statt, bei denen Forderungen nach einem bundesweiten Mietendeckel und der Vergesellschaftung großer Immobilienkonzerne laut wurden. Am 5. September ist eine Großdemonstration angekündigt. Es ist klar, dass die Menschen nicht länger bereit sind, diese Situation hinzunehmen. Am 1. Juli, einem wichtigen Termin, treten die neuen Gesetze in Kraft, und die Hoffnung ist, dass sie dem Wohnungsmarkt neuen Schwung verleihen.
Doch die Probleme sind vielschichtig. Die Bundesregierung hat zwar verschiedene Maßnahmen zur Unterstützung des bezahlbaren Wohnens angestoßen, aber die Herausforderungen sind gewaltig. Im Jahr 2024 sollen knapp 62.000 geförderte Wohneinheiten im sozialen Wohnungsbau entstehen, was einer Steigerung von 51% gegenüber 2022 entspricht. Aber ob das ausreicht, um die Preisspirale zu stoppen? Das bleibt abzuwarten.
Die Eigentumsquote in Deutschland liegt bei 43,7%, aber in Großstädten ist sie mit unter 16% erschreckend niedrig. Die Mieten variieren stark je nach Region, was die Situation noch komplizierter macht. In ländlichen Gebieten sind die Eigentumsquoten über 70%. Das lässt einen schon etwas nachdenklich zurück.
Ein großer Teil der Bevölkerung ist auf der Suche nach einem bezahlbaren Zuhause. Die Bundesregierung hat eine „Handlungsstrategie Leerstandsaktivierung“ entwickelt, um der hohen Zahl von 1,9 Millionen leerstehenden Wohnungen bundesweit entgegenzuwirken. Irgendwie fühlt es sich an, als müsse man das Problem von allen Seiten angehen, damit sich endlich etwas bewegt. Die Zeit drängt, und die Menschen wünschen sich Lösungen, die nicht nur auf dem Papier existieren.