Mäc-Geiz vor dem Aus: Filialschließungen und Unsicherheit in Berlin
In den letzten Monaten hat sich beim Nonfood-Discounter Mäc-Geiz einiges getan, und das lässt die Wellen in der Handelslandschaft hochschlagen. Nach der Insolvenz, die im Mai 2026 beantragt wurde, stehen nun zahlreiche Filialen auf der Kippe. Am 1. August 2026 wurde das Insolvenzverfahren eröffnet, und das Unternehmen ist seitdem auf der Suche nach Wegen, um sich wieder aufzustellen. Die 183 Filialen, die das Unternehmen aktuell betreibt, sind größtenteils in den östlichen Bundesländern zu finden, und die Schließungen betreffen nicht nur Städte in Sachsen-Anhalt, sondern auch in Berlin.
In der Hauptstadt hat der Mäc-Geiz bereits einige Standorte dichtgemacht. So blieb das Forum Kienberg seit Juni geschlossen, während das Marktplatz-Center Hellersdorf mutmaßlich seit dem 17. Oktober nicht mehr geöffnet ist. Besonders schmerzhaft wird die Schließung des Märkischen Zentrums zum 21. November für viele Kunden sein. Diese Entscheidungen sind Teil der umfassenden Neuausrichtung des Unternehmens, das unter der Übernahme durch die Kodi Beteiligungs GmbH im Februar 2026 stehen wird. Trotz der Übernahme bleibt die Unsicherheit bestehen, und das Management, das weiterhin im Amt bleibt, wird von Restrukturierungsexperten unterstützt.
Hintergründe der Insolvenz
Die Gründe für die finanzielle Schieflage von Mäc-Geiz sind vielfältig. Zum einen gibt es die zurückhaltenden Verbraucher, die durch steigende Lebenshaltungskosten und wirtschaftliche Unsicherheit verunsichert sind. Hohe Energie- und Lohnnebenkosten machen das wirtschaftliche Überleben zusätzlich schwer. Die Suche nach Lösungen wird nicht einfacher, da eine Absicherungsvereinbarung mit der Markant-Gruppe Ende Mai ausläuft, und die Möglichkeiten, dies zu verlängern, scheinen begrenzt zu sein.
Auf die Filialschließungen sind bereits einige Medien aufmerksam geworden, auch wenn die offizielle Liste von Mäc-Geiz noch aussteht. Von den insgesamt rund 180 Standorten sollen etwa 50 schließen, und die ersten Schließungen sind bereits Realität: In Brandenburg sind beispielsweise die Filialen in Bernau und Cottbus betroffen. Auch in Niedersachsen, Sachsen und Thüringen sind bereits viele Geschäfte geschlossen worden oder stehen kurz davor. In Weißwasser hingegen läuft bereits ein Ausverkauf – da wird anscheinend alles, was nicht niet- und nagelfest ist, verkauft.
Die Rolle von Nonfood-Discountern
Es ist ein harter Markt für Nonfood-Discounter. Laut Statista steigt der Branchenumsatz seit Jahren kontinuierlich. Discounter haben sich in diesem Segment einen festen Platz erkämpft, auch wenn die Konkurrenz größer wird. Insbesondere große Anbieter wie Action, Tedi und Woolworth expandieren weiterhin, während kleinere Ketten wie Mäc-Geiz und Pfennigpfeiffer in Schwierigkeiten geraten sind. Die Kunden schätzen die günstigen Preise und das begrenzte Sortiment – und die Discounter wissen das. Sie setzen zunehmend auf Markenprodukte neben ihren Eigenmarken, um die Kundenbindung zu stärken.
Die Frage bleibt, ob Mäc-Geiz diese Herausforderung meistern kann. Der Markt hat sich nach den Corona-Jahren erholt und bietet Chancen, aber auch Risiken. Die Filialen werden jetzt auf den Prüfstand gestellt, und die Verhandlungsbereitschaft der Vermieter wird eine entscheidende Rolle spielen. Die Schließungen könnten auch das Bild der Einkaufslandschaft in Berlin und den umliegenden Städten nachhaltig verändern.
Die nächsten Monate werden zeigen, ob Mäc-Geiz, unter dem neuen Management und mit frischem Wind durch Kodi, die Kurve kriegt oder ob weitere Filialen der Schließungswelle zum Opfer fallen werden. Man darf gespannt sein – und vielleicht auch ein wenig traurig, wenn man an die bunten Regale voller Haushaltswaren und Schreibwaren denkt, die bald verschwunden sein könnten.
